Gelber Sack Wertstofftonne: Test in Eversburg wird ausgeweitet

Von Wilfried Hinrichs

Quietsche-Ente und Verpackungsmüll künftig in einer Tonne: Der Testlauf in Eversburg wird 2015 erweitert und für die Bürger vereinfacht. Foto: Jörn MartensQuietsche-Ente und Verpackungsmüll künftig in einer Tonne: Der Testlauf in Eversburg wird 2015 erweitert und für die Bürger vereinfacht. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Eversburger können ab 2015 auch ihren Verpackungsmüll in die Wertstofftonne kippen. Die Stadt will das Pilotprojekt ausweiten, um bereit zu sein, wenn die Wertstofftonne flächendeckend eingeführt werden muss.

Der Betriebsausschuss für den Osnabrücker Service-Betrieb (OSB) stimmte einer Ausweitung des Pilotprojektes in Eversburg zu. Für die Bürger bedeutet das: Sie müssen ihre Wertstoffe bald nicht mehr nach Verpackung (der in den gelben Sack gehört) und sonstigem Wertstoff trennen. Alles kommt in die Wertstofftonne. Der OSB will mit dem privatwirtschaftlichen Dualen System eine Vereinbarung über die Sammlung schließen, um Doppelfahrten zu vermeiden.

Zurzeit holt der OSB im Testgebiet Eversburg die Wertstofftonnen im Vier-Wochen-Rhythmus ab. Darüber hinaus sammelt der OSB als Subunternehmer der Firma Augustin (Meppen) in einem kleinen Teil die gelben Säcke ein. In der Praxis heißt das: Die Besatzung eines OSB-Fahrzeugs leert die Wertstofftonnen, und dahinter folgt ein zweites Team, das mit einem weiteren Fahrzeug die gelben Säcke abfährt. Damit wäre dann ab 1. Januar Schluss. Der OSB würde dadurch rund 11000 Euro im Jahr einsparen.

Der OSB müsste aber eine Kröte schlucken, wie Abfallexperte Detlef Schnier dem Ausschuss erläuterte. Das Duale System besteht auf die gelbe Farbe. Deshalb sollen alle 900 Wertstofftonnen im Testgebiet, die jetzt noch einen orange farbenen Deckel haben, mit einem gelben Deckel versehen werden. Die Kosten: rund 8000 Euro. Der Erlös aus Sammlung und Verwertung der Wertstoffe werde die Kosten nicht decken, warnte Schnier. Vorrangiges Ziel sei der Ressourcenschutz.

Unklar ist, ob und in welcher Form die Wertstofftonne flächendeckend in Osnabrück eingeführt wird. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt zwar vor, dass ab 2015 alle Wertstoffe zur Verwertung eingesammelt werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel Plastikdosen, Bratpfannen oder Folien, die nicht als Verpackung dienten. Es fehlt aber noch die Ausführungsbestimmung. Das Bundesumweltministerium wolle im Herbst einen Refentenentwurf vorlegen, sagte Schnier. Darauf will die Stadt warten.

Josef Thöle (CDU) nannte den Testlauf in Eversburg „respektabel“. „Wir stimmen der Fortsetzung zu, um gut aufgestellt zu sein, wenn die Wertstofftonne auf das ganze Stadtgebiet ausgedehnt wird.“ Ähnlich äußerten sich auch die Sprecher der anderen Fraktionen. Bedenken äußerte Ausschussvorsitzender Dirk Hoffmann (SPD) zum vierwöchigen Abholrhythmus. Die 240-Liter-Tonne dürfte nach seiner Erfahrung nicht ausreichen, um den Verpackungsmüll und die sonstigen Wertstoffe eines Vier-Personen-Haushaltes aufzunehmen.