Arbeitsausstand startet heute Ameos Osnabrück: Patienten bitten um Hilfe

Von Ulrike Schmidt

Mit selbst gestalteten Plakaten wenden sich Ameos-Patienten an die Öffentlichkeit. Foto: privatMit selbst gestalteten Plakaten wenden sich Ameos-Patienten an die Öffentlichkeit. Foto: privat

Osnabrück. Patienten verschiedener Stationen des Ameos-Klinikums haben sich vor dem heute beginnenden Streik mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt: Sie würden entlassen, ohne austherapiert zu sein.

Auf Anfrage unserer Zeitung hatte der Ärztliche Direktor Dr. Bernhard Croissant am Freitag versichert, dass keine Patienten „in die Ungewissheit oder Obdachlosigkeit“ entlassen würden. Weil während der Streiks keine Therapien stattfinden könnten, würden einzelne Patienten vorübergehend beurlaubt.

Dem widersprechen Patienten, auf einzelnen Stationen seien zum Teil nur noch fünf von 20 Patienten. Bis Mittwoch müssten alle gehen. „Alle Stationen sind zweistellig belegt“, ließ dagegen Dr. Croissant mitteilen. Einige der insgesamt 25 Stationen seien trotz des Streiks weiter voll belegt. Niemand werde vor der Zeit entlassen, betonte der Ärztliche Direktor.

Die Patienten seien durch den Streik verunsichert: „Daher stehen wir als Krankenhausleitung während des Streiks für unsere Patienten zur Verfügung, wenn Verunsicherungen bestehen und Fragen sowie sonstiger Gesprächsbedarf sichtbar werden.“ Die Patienten dagegen sagen, dass die Krankenhausleitung für sie nicht zu erreichen sei. Mit selbst gestalteten Plakaten wandten sich Patienten am Montag an die Öffentlichkeit: „Ameos, unsere Gesundheit ist uns nicht egal“ und „Ameos, Hilfe sollte nicht am Geld scheitern“.

Sie unterstützen in dem Arbeitskampf die Streikenden, deren Tarifvertrag vor einem Jahr vom Arbeitgeber gekündigt wurde. Seither seien die Beschäftigten von „Lohnerhöhungen abgekoppelt. Und das in einer Klinik, die Gewinne erwirtschaftet“, heißt es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft Verdi. Um ihrer Forderung nach Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag Nachdruck zu verleihen, legen sie die Arbeit unbefristet nieder.

Der Streik beginnt am heutigen Dienstag um 6.30 Uhr mit der Frühschicht. Um 12 Uhr startet eine Demonstration von der Knollstraße zum Rathaus, wo um 13 Uhr eine Kundgebung stattfindet. Um das Wohl der Patienten nicht zu gefährden, wurde eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen.