Morgenland-Festival 2014 Armbruster: Christen werden als Kollaborateure verfolgt

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ARD-Korrespondent Jörg Armbruster. Foto: Gert WestdörpARD-Korrespondent Jörg Armbruster. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Jörg Armbruster hat nicht die Absicht, etwas zu beschönigen. „Die Drangsalierung des Christentums gehört zur Grundausstattung vieler Staaten im Nahen Osten.“ Eine wirkliche Christenverfolgung gebe es aber besonders in Syrien und im Irak erst seit Kurzem.

Der bekannte ehemalige ARD-Korrespondent berichtet beim Morgenland Festival in einem Vortrag zur Lage der Christen im Nahen Osten, wie er noch vor einer Woche in Erbil Tausende Flüchtlinge aus Mossul ankommen sah. Christen würden als Kollaborateure der US-Truppen im Irak betrachtet. 800000 Menschen seien seit August im Nordwesten des Irak vor den IS-Kämpfern geflohen. Frauen hätten es besonders schwer. Sie würden verschleppt und in einem Auktionshaus in Mossul verkauft – wobei der Preis für christliche Jungfrauen am höchsten sei. „Das ist kein Brauchtum im Islam, sondern ein Verbrechen“, so Armbruster, der auch eine Theorie über die Herkunft des IS-Terrors lieferte: „Wir müssten im Westen viel mehr über den wahabitischen Islam diskutieren, der Staatsreligion in Saudi-Arabien, wo diese Ideologie herkommt.“ Die sei längst die größte Bedrohung: „Al- Kaida hat ausgedient, die Zukunft gehört IS“, so seine Prognose. Das Problem könne nur politisch gelöst werden, derzeit aber sei „der Einsatz militärischer Maßnahmen leider notwendig“.


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