Kabarettist Thomas Freitag Verbitterte Gesellschaftskritik

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Aussortiert: Kabarettist Thomas Freitag echauffierte sich in der Lagerhalle über die laute, schnelllebige Welt.

            

              
              Foto: Elvira PartonAussortiert: Kabarettist Thomas Freitag echauffierte sich in der Lagerhalle über die laute, schnelllebige Welt. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Als Aussortierter, der noch flüstern gelernt hat, fühlt er sich deplatziert in einer Welt voller Ausrufezeichen, in der „alle nur noch brüllen“: In der gut besuchten Lagerhalle spielte der Kabarettist Thomas Freitag am Samstag den „kaltwütigen“ Bibliothekar Schüttlöffel, der mit Literatur sein „unwirtschaftlich“ gewordenes „Kulturgut“ gegen die Zwänge des Marktes verteidigt.

Wettert dann aber selbst mitunter mit Megafon anklagend und in bildungsbürgerlicher Besserwisser-Manier fremdelnd gegen Banker, Politiker und Neureiche, gegen Sparzwänge, Globalisierung, einen „neuen Calvinisimus“, die Privatisierung von Verantwortung, gegen Glücks- und Schönheitsterror, Projekt-, Optimierungs- und Schlankheitswahn.

Und nicht zuletzt in Zwiesprache mit dem zum Schnäppchenjäger reduzierten „Papa“ Karl Marx gegen den von uns selbst gefütterten „Tiger“ Kapitalismus als „einzig herrschende Lebensform“, die „alles gleich schlecht macht“.

Nachdem er sich bitter darüber beklagt hat, dass „Weltverbesserer ein Schimpfwort“ und „alles alternativlos“ geworden sei, endete nicht nur das Einpersonenstück mit einem Knall. Sondern auch das als Zugabe gelesene „Tagebuch eines Rentners“: In Form einer rassistischen Geschichte darüber, dass sich verbitterte Rentner als Türken verkleiden müssen, um Arbeit zu bekommen.


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