Sieger aus Bramsche und Bad Rothenfelde Landkreis Osnabrück verleiht erstmals Inklusionspreis

Von Horst Troiza

Ausgezeichnet: Den Inklusionspreis des Landkreises Osnabrück teilen sich die Baumschulen Christoph Trentmann aus Bad Rothenfelde und „Querkopf“, eine integrative Musik- und Theatergruppe aus Bramsche. Foto: Elvira PartonAusgezeichnet: Den Inklusionspreis des Landkreises Osnabrück teilen sich die Baumschulen Christoph Trentmann aus Bad Rothenfelde und „Querkopf“, eine integrative Musik- und Theatergruppe aus Bramsche. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Die Baumschulen Christoph Trentmann aus Bad Rothenfelde und „Querkopf“, eine integrative Musik- und Theatergruppe aus Bramsche, teilen sich den erstmals verliehenen Inklusionspreis des Landkreises Osnabrück. Mit der Preisverleihung sollen nach Worten von Kreisrat Selle „die vielen eher im Verborgenen stattfindenden Projekte in die Öffentlichkeit gerückt werden“.

Der die Schulen betreffende Inklusionsprozess hat jahrelang die Öffentlichkeit beschäftigt und wird nun praktiziert. In Vereinen, Verbänden und freien sozialen Gruppierungen ist Inklusion zum Teil seit Jahrzehnten gelebter Alltag. Das Zusammenleben und -wirken von Menschen mit und ohne Behinderung hat ein vielfarbiges Spektrum hervorgebracht, das von der Ebene der Kultur bis hin in die der Betriebe reicht.

In wie vielen Formen Inklusion existiert, das zeigte die Auslobung des Inklusionspreises, die der Landkreis in diesem Jahr zum ersten Mal vergab. Insgesamt 24 Organisationen und Vereine haben sich um die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung beworben. Die Palette reichte von Gruppen aus den Familienbildungsstätten in Osnabrück über die Reitgruppe in Eggermühlen, das Angebot zum gemeinsamen Kirchgang in Bersenbrück, die Schwimmgruppe in Hagen bis hin zur Wohngruppe in GMHütte.

Erfreulich aber auch: Eine ganze Reihe von Betrieben hat sich die gemeinsame Beschäftigung von Menschen mit und ohne Behinderung auf die Fahnen geschrieben. Zu nennen wäre da unter anderem die buw-Unternehmensgruppe aus Osnabrück, der Awigo-Abfallbetrieb des Landkreises oder die Firma Pfau-Tec in Quakenbrück. „Alle Bewerber haben uns gezeigt, was aus dem eher abstrakten Begriff der Inklusion mit viel Fantasie in der Praxis entstehen kann“, so Kreisrat Selle.

Nach Prüfung durch eine aus Fachleuten zusammengesetzte Jury standen am Ende zwei Preisträger auf dem Podest. Die Baumschule Trentmann wurde für die Ausbildung einer jungen Frau mit Behinderung und deren Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis nach bestandener Prüfung ausgezeichnet. „Es hat anfangs Missverständnisse und auch Hindernisse bei öffentlichen Stellen gegeben, aber wir haben die Hürden genommen. Jetzt freuen wir uns natürlich riesig über den Preis“ sagte Ingrid Trentmann.

Lauter Jubel bei der Musik- und Theatergruppe „Querköpfe“. Seit 1996 ist sie unter dem Dach des Vereins Bramscher Universum mit Theaterstücken, Musicals und Filmprojekten aktiv. Olli Borg, Theaterpädagoge, kommentierte die Verleihung mit den Worten „Klasse, wirklich klasse, wir sind alle richtig aus dem Häuschen. Das haben wir nicht erwartet.“ Das Preisgeld von 2000 Euro, das sie sich mit dem anderen Preisträger teilt, will die Gruppe in die Technikausstattung stecken.

Beim Landkreis hoffen die Verantwortlichen, dass sich in Zukunft noch mehr Bewerber für den Preis melden. Sportvereine, Gruppierungen aus dem Bereich Kultur und auch Betriebe sollen ihren Beitrag darstellen, mit dem sie die Inklusion in der Gesellschaft fördern.