Zünder aus Sicherheitsgründen gesprengt Fliegerbombe in Schinkel erfolgreich entschärft

Von Nils Stockmann

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Osnabrück. Gegen 14:30 Uhr gab Sprengmeister Thomas Krause am Sonntagnachmittag Entwarnung: Bombe entschärft, Zünder gesprengt. Diesmal waren alle Beteiligten mit dem Verlauf der Bombenräumung im Stadtteil Schinkel sehr zufrieden.

Schon im Vorfeld der Räumung hatte alles nach einem entspannten Einsatz für die zum großen Teil ehrenamtlichen Helfer ausgesehen. Bei bestem Wetter gingen THW und Feuerwehr ab 10 Uhr morgens an die Nachkontrolle des Evakuierungsgebietes in Schinkel-Ost. Etwa 6000 Anwohner mussten den Ein-Kilomerter-Radius rund um die Blindgängerfundstelle an der Windthorststraße verlassen, die allermeisten waren dem auch nachgekommen. Nur in wenigen Fllen ließen sich Anwohner auf Diskussionen mit den Einsatzkräften ein, sodass mit einer Verzögerung von lediglich einer halben Stunde um 13:30 Uhr die Evakuierung abgeschlossen war.

Der Liveticker zur Bombenräumung zum Nachlesen

„Es war ein ruhiger, reibungsloser Einsatz“, freute sich THW-Einsatzleiter Daniel Schmock, der vor allem auch den THW-Ortsverbänden aus Lohne, Melle, Bad Essen und Quakenbrück dankte, die die Osnabrücker bei der Räumung unterstützt hatten. Deutlich weniger Anwohner hätten sich nicht über die Evakuierung informiert gefühlt, berichtete auch Jürgen Wiethäuper von der Stadt Osnabrück. Ob dies an dem deutlich übersichtlicheren Einsatzgebiet oder an der veränderten Informationsstrategie der Stadt lag, vermochte er aber nicht zu sagen.

Bei der eigentlichen Entschärfung der 250 Kilo schweren amerikanischen Fliegerbombe verlief dann alles nach Plan. „Wir konnten die zwei konventionellen Zünder problemlos entfernen“, so Krause. Dann habe man sich allerdings entschieden, den Front-Zünder der Bombe zu sprengen, da dieser eingedrückt gewesen sei. „Ein sicherer Transport war so nicht gewährleistet, es bestand die Gefahr der Explosion“, erklärte Sprengmeister Michael Krause. Zu diesem Zweck sei zusätzlicher Sprengstoff auf den Zünder aufgebracht worden, der dann kontrolliert zur Explosion gebracht worden sei. Auch die kleine Sprengung, die keine weiteren Schäden verursachte, verlief aber problemlos, sodass die Kampfmittelbeseitiger gegen 14:30 Uhr Entwarnung geben konnte und die Anwohner in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren durften.

Sprengmeister Krause wies nach getaner Arbeit auf die Wichtigkeit der Entschärfung von Kampfmitteln aus dem zweiten Weltkrieg hin: „Auch diese Bombe, die immerhin in dreieinhalb Metern tiefe lag, hätte zerstörerische Wucht gehabt, wenn man beispielsweise den beschädigten Zünder bei Bauarbeiten unsanft bewegt hätte.“

Der Liveticker zur Bombenräumung zum Nachlesen


An der Fundstelle begannen THW und Feuerwehr umgehend nach Ende der Entschärfung und Sprengung mit den Aufräumarbeiten. „Das ist für alle Beteiligten das Beste“, so Einsatzleiter Schmock.

Mehr als 70 Betroffene verbrachten den Tag im Evakuierungszentrum im Schulzentrum Sonnenhügel und wurden dort von ehrenamtlichen Helfern versorgt. Auch hier sei der Tag ruhig und ohne besondere Vorkommnisse verlaufen, teilte die Einsatzleitung mit. Insgesamt waren an der Durchführung der Bombenräumung am Sonntag rund 310 Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und verschiedenen Rettungsdiensten beteiligt.


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