Quartiersfest Offene Gärten im Osnabrücker Rosenplatzviertel

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Osnabrück. Nachbarn sowie Interessierte aus anderen Stadtteilen haben am Samstag rund um den Rosenplatz eine Vielfalt der Themen und Kulturen zelebriert. Bewohner und Einrichtungen des Quartiers hatten beim Fest „Lichter in den Höfen“ zum vierten Mal ihre Hinterhöfe für kulturelle, künstlerische und kulinarische Angebote geöffnet.

Es gab Vorlesungen, Filmvorführungen, Musik, Spiele, Kulinarisches, Kirchenbesichtigungen, einen Barfußpark und vieles mehr. Die Hofeingänge und Gärten waren mit „Lichter in den Höfen“-Bannern und auch Leuchten dekoriert, die mit dem Einsetzen der Dämmerung zur Geltung kamen. Doch zuvor begleitete die Sonne treu die halbtägige Veranstaltung, die auf eine Initiative des Runden Tisches Rosenplatz und der Gesellschaft für Stadtentwicklung zurückgeht. 32 Programmpunkte an 18 Standorten warteten auf die Besucher.

Großer Trubel herrschte nachmittags rund um die ehemalige Teutoburger Schule. Die Arbeitslosenselbsthilfe hatte wie in den vergangenen Jahren einen Flohmarkt für Kleidung und Spielzeug organisiert. Die Besucher schoben sich an den Ständen vorbei. Der angrenzende Spielplatz war ebenfalls dicht bevölkert. Zudem wurden an Infotafeln die Planungen zum dort angesiedelten Gemeinschaftsprojekt „Bürgergarten“ vorgestellt.

Der Verein „Lesewelt“ bot Raketenbasteln für Kinder an. Roman (16 Jahre) aus Nahne war mit seiner Schwester Fiona (6) zum Quartiersfest gekommen. Als die Kleine zwischenzeitlich beim nebenan aufgeführten Kasperletheater vorbeischaute, vollendete der Bruder das Werk aus umfunktionierten Plastikflaschen und angeklebten Flügeln. Schließlich testete Roman die Rakete an einer am Schulgebäude angebrachten Vorrichtung: Der Flaschenbauch wurde zu einem Drittel mit Wasser gefüllt. Dann pumpte er Luft dazu, bald löste sich die Rakete von der Andockstation und schoss an Seilen geführt in die Höhe – ein Riesenspaß für die Beteiligten. „Mit diesem Angebot können wir die Kinder zehn Minuten lang beschäftigen und ihnen dabei physikalische Gesetze erklären“, sagte Christoph Recknagel.

Einige Meter weiter, am Deisterweg, lud die Nachbarschaft der Rosengärten ein zu Kaffee und Kuchen für einen guten Zweck. „Unser Rosencafé ist konstant gut besucht“, bemerkte Silja Vocks erfreut. Auch die Klasse 4a der Rosenplatzschule war dabei. Sie las den Besuchern aus ihrem neuen Regenwaldbuch vor. Parallel gingen die Schüler mit einer Spendendose umher und sammelten für Buschi, den Orang-Utan aus dem Osnabrücker Zoo, der ein größeres Gehege erhalten soll.

Die Viertklässler hatten sich im Zuge eines fächerübergreifenden Regenwaldprojektes intensiv mit dem Schutz des Regenwaldes und dem Lebensraum der Orangs beschäftigt, im Zoo zu „Regenwaldbotschaftern“ ausbilden lassen und in Kooperation mit der Kunst- und Musikschule das Buch erstellt. Dieses ist inzwischen auch an den Zoo übergeben worden. „Wir haben das Buch zudem an Oro Verde geschickt und beim Schülerwettbewerb der Naturschutz-Organisation den zweiten Platz belegt“, freute sich Lehrerin Tina Schick und fügte hinzu: „Mit dem Projekt wollen wir den Kindern bewusst machen, wie wichtig es ist, den Regenwald zu erhalten. Diese Botschaft ist ein Stück weit angekommen.“

Auch Flüchtlinge aus den Unterkünften des Quartiers beteiligten sich an „Lichter in den Höfen“: An der Meller Straße 39 malten Frauen aus Somalia den interessierten Kindern kunstvolle Henna-Tattoos auf die Arme. Dazu gab es Tee und Kuchen. Die Henna-Bemalung ist weit verbreitet in Ländern wie Somalia. Als Kathrin Heinen aus dem Stadtteilbüro die Frauen danach fragte, gab es sofort ein reges Interesse mitzuwirken. „Die Veranstaltung bietet einen schönen Anlass, die Nachbarschaft und die Vielfalt rund um den Rosenplatz kennenzulernen“, meinte Biliso Nour vom Arbeitskreis Flüchtlingshilfe, der das Angebot unterstützte. „Die Atmosphäre ist sehr locker“, pflichtete Arbeitskreis-Kollegin Michaelis van Kampen der jungen Frau bei.

Quartiersentwicklerin Kathrin Heinen hatte das Fest in Mutterschaftsvertretung von Sonja Finkmann organisiert. Sie zeigte sich zufrieden mit ihrer Premiere. „Das Wetter war perfekt und die Stimmung toll. Es waren viele sehr aktive Leute unterwegs, die mehrere Stationen besucht haben.“


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