„Ende der Schonzeit“ Kabarettist Philipp Simon giftet in Osnabrück

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Er macht das richtig gut: Kabarettist Philip Simon. Foto: PartonEr macht das richtig gut: Kabarettist Philip Simon. Foto: Parton

fteb Osnabrück. Am Freitagabend war der Kabarettist Philip Simon zu Gast in der Osnabrückhalle und stellte sein aktuelles Programm „Ende der Schonzeit“ vor. Dabei kam jeder auf seine Kosten.

Denn in seiner Show giftet der gebürtige Niederländer mit reichlich Wortwitz und Weltwissen in Richtung Politik und Medien. Dabei nimmt er unter anderem Merkel, Gauk, Hoeneß, Papst Benedikt XVI und Obama samt Guantanamopolitik aufs Korn. Letztere auch mit zynischen Vergleichen: „Wenn man Obama den Friedensnobelpreis verleiht ist das so, als würde man den Attentätern vom elften September einen Preis für Städteplanung verleihen“, wettert der Kabarettist bitterböse ins Publikum.

Aber auch abseits des Weltgeschehens kriegt jeder sein Fett weg. Neben Politik und Religion amüsiert sich Simon besonders über die orientierungslose Generation Facebook – dem „Tagebuch für expressive Autisten“ – , die sich von der Werbung entmündigen lässt. Das macht das Programm nicht nur zu einem lustigen, sondern auch zum Nachdenken anregenden Abend.

Bei Simons Auftritt handelt es sich nicht um hirnlose Comedy, sondern Kabarett mit Substanz. Zwischen großen und kleinen Gags seziert und kritisiert Simon das Weltgeschehen von Snowden -Affäre bis Muslim-Debatte mit klarem Blick. Diesen opfert er in den wichtigen Momenten nie einer billigen Pointe, sondern bleibt betroffen ernst und stellt fest, dass die Menschen offensichtlich die Orientierung verloren haben. Er kennt den Ausweg daraus auch nicht. Trotzdem kann er sich darüber scharfzüngig lustig machen – und das macht er richtig gut.

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