Das Mittelalter lässt grüßen Auf dem Eselspatt von Osnabrück nach Tecklenburg

Von Holger Jansing


Osnabrück/Tecklenburg. Seit rund 60 Jahren gibt es einen reizvollen Wanderweg, der die Altstädte von Osnabrück und Tecklenburg miteinander verbindet. Der „Eselspatt“, der an die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen des Mittelalters erinnert und zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten war, wurde 2011 auf Vordermann gebracht und erfreut sich seitdem einer großen Beliebtheit.

Die Nachfrage sei wirklich groß, bestätigt die Tecklenburg-Touristik. Auf der Messe „Tournatur“ Anfang September in Düsseldorf hätten Besucher reihenweise die kleine Infobroschüre eingesteckt. Das macht deutlich, dass das Wandern in der Region und insbesondere attraktive Tagestouren derzeit hoch im Kurs stehen.

Tatsächlich ist die 21 Kilometer lange Strecke sehr abwechslungsreich. Sie bietet Wiesen, Wälder und viele Sehenswürdigkeiten. Wanderer können den Weg, der mit einem markanten weißen Doppelstrich in einer Raute markiert ist, in beide Richtungen gehen. Für den Rückweg können sie dann jeweils öffentliche Verkehrsmittel nutzen (von Tecklenburg aus gesehen mit dem Bus bis Lengerich und von dort mit der Westfalenbahn nach Osnabrück). Zweimal in diesem Jahr verkehrt noch der Freizeitbus , und zwar an diesem Sonntag, 28. September, und am 3. Oktober.

Wer das Osnabrücker Rathaus als Startpunkt wählt, macht zunächst einen angenehmen Stadtsparziergang durchs Katharinenviertel bis nach Hellern (auf diesem Teilstück dem weißen „X“ folgen, der Markierung für den Friedensweg nach Münster, der etwa bis zur Düte streckengleich verläuft).

In Hellern erreichen Wanderer eine Straße, die so heißt wie der Weg: Eselspatt. Sie überqueren den Gaster Berg und später die Autobahn 1, durchstreifen den dichten Habichtswald und erreichen nach einem lang gezogenen Anstieg schließlich Tecklenburg. Hier warten zahlreiche Cafés und Restaurants.

Die Infobroschüre kann im Internet heruntergeladen werden: www.tecklenburg-touristik.de/pics/medien/1_1312281982/Eselspatt.pdf .


Im 13. Jahrhundert übten die Grafen von Tecklenburg Hoheitsrechte in Osnabrück aus, was den Stadtbewohnern überhaupt nicht gefiel. Tribut mussten auch die Metzger zahlen. Kein Fleisch durfte auf den Markt gebracht werden, ehe nicht ein Bote aus Tecklenburg die Preise festgesetzt hatte. Die besten Stücke wurden fürs Grafenhaus eingepackt. Der Legende nach hatte sich eines Tages die Wut der Fleischerzunft so aufgestaut, dass der Abgesandte erschlagen wurde. Er wurde zerstückelt in den Körben des Esels verstaut, der zurück nach Tecklenburg gejagt wurde. Über Jahrzehnte gab es kriegerische Auseinandersetzungen.