Ganzheitliches Gesundheitskonzept Azubi-Projekt der Sparkasse: Fit für Beruf und Freizeit

Von Nils Stockmann

Sie sind jetzt „Fit für Beruf und Freizeit“ - die Auszubildenden der Sparkasse Osnabrück Lena Kuite, Sebastian Rothenberger und Richard Wendt  Foto: Gert WestdörpSie sind jetzt „Fit für Beruf und Freizeit“ - die Auszubildenden der Sparkasse Osnabrück Lena Kuite, Sebastian Rothenberger und Richard Wendt Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. In einem breit angelegten Projekt haben Auszubildende der Sparkasse Osnabrück Möglichkeiten der gesunden Lebensführung und Krankheitsvorsorge kennengelernt. Nun soll das System zum festen Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements werden.

In vier Teile sei das Programm gegliedert gewesen, dem sich 20 von insgesamt 22 Auszubildenden im damals ersten Lehrjahr stellten, berichtet Azubi Sebastian Rothenberger, der das Projekt gemeinsam mit seinen Kollegen Richard Wendt und Lena Kuite vorstellte.

Als Erstes habe man sich mit Fragen zur Ergonomie befasst, dann Übungen im Bereich Fitness kennengelernt und schließlich das Thema gesunde Ernährung besprochen. In der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen stehe bald noch ein Seminar zu Stressbewältigung auf dem Programm, sagt Rothenberger. „Wir standen natürlich alle an völlig verschiedenen Ausgangspositionen, einige sportlicher andere eher nicht so“, weiß Richard Wendt, der ebenso wie Rothenberger und Kuite nun ins zweite Lehrjahr gestartet ist.

Gemeinsam zum Sport

Deswegen sei es gut gewesen, dass jeder inenrhalb des Programms individuell gefordert worden sei. „So ist jeder ins Schwitzen gekommen.“ Praktische Übungen wechselten sich außerdem mit theoretischen Konzepten ab. „Uns ist allen klar, dass das Projekt nur ein Anfang war. Jetzt muss natürlich jeder selbst gucken, dass er weiter macht“, so Lena Kuite. Sie habe sich deswegen mit Freundinnen zusammengetan. Gemeinsam gingen sie nun regelmäßig zum Sport, erzählt sie.

Besonders beeindruckt waren die jungen Auszubildenden vom Projektteil zur Ernährung. „Wir sind weggekommen vom normalen Nudelalltag“, beschreibt Sebastian Rothenberger die Erfahrungen aus dem Workshop mit Oecotrophologie-Studenten der Fachhochschule Osnabrück. Dort lernten die Azubis, wie man mit einfachen Mitteln gesund kochen kann. „Und das hat sogar geschmeckt“, freut sich Rothenberger.

Am Ende habe sich das Projekt für die Azubis definitiv gelohnt, meint Richard Wendt: „Der Körper kann oft mehr als der Kopf. Man konnte so viel ausprobieren und jeder hat, denke ich, etwas Wertvolles mitgenommen.“ Dem pflichtet auch Björn Meyer bei, der das Gesundheitsmanagement der Sparkasse Osnabrück leitet. „Uns ist es natürlich ein Anliegen, dass unsere jungen Mitarbeiter auch in einigen Jahren noch fit sind und gute Leistungen bringen können.“

Durchs Raster gerutscht

Zwar biete die Sparkasse ein breites Angebot im Bereich Gesundheitsvorsorge, aber gerade die Auszubildenden seien dabei oft durch das Raster gerutscht, so Meyer. Das bestätigt auch Kai Strakeljahn von der Techniker Krankenkasse, die das Projekt gemeinsam mit Björn Meyer auf den Weg gebracht hatte. „Junge Leute ohne Wehwehchen haben oft kein Bewusstsein für Prävention“, ist er sich sicher.

Deswegen sei es wichtig sie bei diesem Thema nicht allein zu lassen. Gerade in Zeiten, in denen der Arbeitsalltag immer belastender würde, müsse man die Widerstandsfähigkeit stärken, erklärt Strakeljahn. Das sei im Interesse aller Beteiligten.

In Zukunft soll das „Fit für Beruf und Freizeit“-Projekt in jedem Azubi-Jahrgang angeboten werden - freiwillig, wie Björn Meyer betont. „Ohne die nötige Motivation und den gewissen Spaßfaktor macht es sowieso keinen Sinn.“ Bisher sei das Feedback der Azubis aber durchweg positiv und über 90 Prozent der Auszubildenden nähmen das Angebot gerne an, so Meyer. Für Sparkassen-Vorstandsmitglied Friedrich Petersmann keine Selbstverständlichkeit: „Viele Angebote finden außerhalb der Arbeitszeit statt. Dass trotzdem so viele teilnehmen, ist beachtlich.“ Für ihn sei das Azubi-Projekt eingebettet in das ganzheitliche Gesundheitsangebot, dass die Sparkasse in den letzten drei Jahren entwickelt habe. Damit sei nicht nur ein aktives Sportangebot gemeint, sondern auch eine Hilfe für Mitarbeiter in persönlich schwierigen Situationen.

„Wir verstehen uns als Partner der Mitarbeiter ob persönlich, für die Familie oder im Alter. Das auch unsere jungen Angestellten dies wahrnehmen, hat für uns hohe Priorität“, sagt Petersmann. Er sei sich auch sicher, dass die jungen Kollegen als positives Vorbild auch für ältere Mitarbeiter dienten. So könne er selbst wohl inzwischen das ein oder andere Mal öfter seiner langjährigen Liebe zum Fechten nachkommen, verrät Petersmann.