88-Jährige ausgefragt Ganoven geben sich in Osnabrück als Polizisten aus

Ganoven haben sich einer Seniorin gegenüber als Polizisten ausgegeben. Foto: Michael HehmannGanoven haben sich einer Seniorin gegenüber als Polizisten ausgegeben. Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. Um Haaresbreite hätten Betrüger am vergangenen Dienstag eine 88-jährige Frau aus Osnabrück reingelegt. Ein Mann am Telefon hatte sich als Polizist ausgegeben und wollte den Schmuck der Frau in Augenschein nehmen.

Die Tochter der Frau meldete den Vorfall der richtigen Polizei. Die angeblichen Beamten tauchten niemals auf.

Am vergangenen Dienstagvormittag klingelte bei Elisabeth N. (Name geändert) das Telefon. Die Seniorin wohnt mit ihrer Familie in einem Haus in der Overbeckstraße. Dort lebt sie in einer eigenen Wohnung. Es meldete sich ein Mann, der sich als Polizist ausgab. „Er hatte laut meiner Mutter eine sympathische, ruhige Stimme“, berichtet die Tochter der Frau gegenüber unserer Redaktion.

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Deshalb habe ihre Mutter Vertrauen gefasst. Der vermeintliche Beamte habe berichtet, dass die Polizei nach einem Einbruch eine Namensliste gefunden habe, auf der auch ihr Name stehe.

Angebliche Polizisten wollen vorbeikommen

„Der Mann sagte, sie vermuten, dass bei meiner Mutter eingebrochen werden soll.“ Der Mann habe gefragt, ob ihre Mutter wertvollen Schmuck habe oder ihren Reichtum zur Schau stelle. „Meine Mutter hat gesagt, dass sie überhaupt nicht reich ist.“ Vermutlich wollten die Diebe so rausfinden, ob etwas zu holen sei, vermutet die Tochter.

Der vermeintliche Beamte ließ trotzdem nicht locker: Zwei Polizisten würden vorbeikommen und sich den Schmuck ansehen, damit man ihn leichter identifizieren könne, wenn er tatsächlich gestohlen werde.

Ihre Mutter antwortete, dass sie auch ihren Nachbarn Bescheid geben will. Das habe dem Mann gar nicht gefallen: „Er sagte, sie solle abwarten, bis die Polizei bei ihr gewesen sei“, berichtet die Tochter.

Alte Namen gesucht

Jetzt wurde die 88-Jährige skeptisch. Sie informierte ihre Tochter. Die rief die Polizei an. Die Richtige. Und die schickte zwei Polizisten. Die Richtigen. „Von den Falschen haben wir nichts mehr gehört“, erzählt die Tochter.

Ganoven abgeschreckt

Sie vermutet, dass die Ganoven das Haus beobachtet haben und abgeschreckt worden sind. Auf ihre Mutter seien sie vermutlich über das Telefonbuch gekommen. „Wahrscheinlich haben sie nach Namen gesucht, die vermuten lassen, dass die Träger über 60 Jahre alt sind.“

Weitere Betrugsfälle, die auf dieselben Täter schließen lassen, sind der Polizei bisher nicht bekannt, sagte Polizeisprecher Georg Linke gegenüber unserer Redaktion. „Die Polizei hat immer Verständnis dafür, wenn Bürger zunächst auf der Wache anrufen und die Identität klären, bevor sie Polizisten in die Wohnung lassen.“ In dem Fall könnten die Bürger auch 110 wählen.


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