Mehr Flamme als Feuer Gespenstisch uninspiriert: Lord of the Lost in der Lagerhalle

Von Matthias Liedtke

Bemüht hart: „Lord“ Chris Harms.  Foto: Swaantje HehmannBemüht hart: „Lord“ Chris Harms. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Infernalisch lauter Sound, stumpfes Gepolter und viel Schwarz: Das bestimmte die Atmosphäre beim Konzert von Lord of the Lost in der Lagerhalle. Trotzdem köchelnden die Lords an diesem Abend eher auf Sparflamme.

Viele in Schwarz gehüllte verlorene Seelen fanden sich am Donnerstagabend im Saal der Lagerhalle ein, um ihrem „Herrn“ Chris Harms ihre Reverenz zu erweisen. Und blieben dabei ungewöhnlich still. „Wo seid ihr?“ erkundigte sich der Leadsänger des Hamburger Gothic-Rock-Quintetts des Öftern. Nicht ohne Grund. Der Funke schien von der zweistufigen Bühne nicht so recht überzuspringen auf das Publikum. Dabei bemühten sich Lord of the Lost redlich, im morbiden Ambiente mit infernalisch lautem Sound und stumpfem Gepolter eine gespenstische Atmosphäre zu erschaffen.

Musikalisch fiel dabei die Genre-untypische Melodiösität auf, die in Stücken wie „Sex on Legs“ oder der neuen Single „Six Feet Underground“ aufblitzte. Nach rund neunzig Minuten schien die schwarze Messe dann gelesen, als die Fans nicht wirklich eine Zugabe forderten. Die fiel dann aber umso länger aus. Inklusive ermüdend gespreiztem Schlagzeugsolo, dem gemeinsam mit der mexikanischen Vorband Rabia Sorda vorgetragenen Latino- trifft Dark-Rock-Hybrid-Hit „La Bomba“ aus dem aktuellen Album „From the Flame Into the Fire“ und der obligatorischen Abschluss-Hymne auf sich selbst. Aber selbst die geriet an diesem Abend, den Lord of the Lost eher auf lauwarmer Flamme als mit heißem Feuer bestritten, überroutiniert und eigentümlich uninspiriert.