Geständnisse zum Prozessauftakt Sieben junge Serientäter vor dem Osnabrücker Landgericht

Ein Berg voll Akten liegt bereit. Symbolfoto: dpaEin Berg voll Akten liegt bereit. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Seit Donnerstag muss sich eine Gruppe von sieben Angeklagten aus Bramsche und Umgebung vor der Jugendkammer des Landgerichts verantworten. Die zwischen 16 und 18 Jahre alten Angeklagten waren bereits Mitte April im sogenannten „Newcomer-Prozess“ wegen zahlreicher Einbruchsdiebstähle schuldig befunden worden.

Nun werden ihnen erneut eine ganze Reihe gleich gelagerter Straftaten vorgeworfen. „Newcomer“ so lautete der Name der Ermittlungsgruppe der Bramscher Kriminalpolizei, die im Zusammenhang mit zahlreichen Einbruchsdiebstählen gegen eine Gruppe junger Intensivtäter aus Bramsche und Umgebung ermittelte. Zehn Beschuldigte hatten sich dann schließlich vor dem Landgericht verantworten müssen und waren zum Teil zu Freiheits- und Jugendstrafen verurteilt worden.

Seit gestern sitzen nun sieben der „Newcomer“ erneut den Richtern der Jugendkammer gegenüber. Ihnen wird vorgeworfen, in wechselnder Beteiligung in Bramsche und Wallenhorst Sachbeschädigungen, Einbruchsdiebstähle in Wohn- und Geschäftsräume und weitere Straftaten begangen zu haben.

Insgesamt werden den Angeklagten in vier Anklageschriften 26 Straftaten vorgeworfen, die sie im Zeitraum zwischen Oktober 2013 und Juni 2014 begangen haben sollen. Das würde bedeuten, dass die „Newcomer“ sich zum Teil auch während der Zeit des ersten Prozesses weiter kriminell betätigt hätten.

Und genau so scheint es sich zu verhalten – denn fünf der Angeklagten zeigten sich weitgehend geständig. Ein weiterer Jugendlicher bestritt die ihm zur Last gelegten Taten, der Siebte machte zunächst keine Angaben.

Unter anderem räumten die geständigen Jugendlichen ein, beim Diakonischen Werk in Bramsche, bei verschiedenen Wallenhorster Friseursalons, einem Altenheim, einem Tabak-Laden sowie einer Kampfsportschule eingebrochen zu sein. Doch um die Angeklagten zu einigermaßen befriedigenden Einlassungen zu bewegen, musste der Vorsitzende Richter erst einmal einen schärferen Ton anschlagen.

Schon während des ersten „Newcomer“-Prozesses hatten sich die Angeklagten durch einen zum Teil patzigen Ton hervorgetan. Auch dieses Mal wollten es die Jugendlichen offenbar lässig angehen lassen: Um die Fragen des Richters lavierten sie zunächst herum, schützten Erinnerungslücken vor. „Wenn sie Spielchen haben wollen, können sie die haben“, wurde es dem Richter schließlich zu bunt. „Es ist nur die Frage, wer am Ende gewinnt.“

Erst nach einer Verhandlungsunterbrechung, während der die Verteidiger noch einmal die Möglichkeit hatten, auf ihre Mandanten einzuwirken, beantworteten die Jugendlichen Fragen nach der jeweiligen Tatbeteiligung und dem Hergang des Geschehens bereitwilliger.

Erste Zeugen wird das Gericht voraussichtlich beim nächsten Verhandlungstermin am Mittwoch, dem 1. Oktober, hören.


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