Eigentümer schuldet Stadt Geld Grundstücke in Osnabrück-Schinkel liegen brach

Von Stefanie Witte


Osnabrück. Zwei Grundstücke an der Bremer Straße im Stadtteil Schinkel liegen brach. Die Gebäude, die dort standen, waren so marode, dass sie abgerissen werden mussten. Der Eigentümer schuldet der Stadt für einen Abriss noch Geld. Es ist unwahrscheinlich, dass sich so bald etwas an der Situation ändern wird. Auf einem der Grundstücke steht mittlerweile ein Altkleidercontainer.

Nachdem schwere Backsteine auf Fuß- und Radweg gefallen waren, musste ein Haus an der Bremer Straße 61 im Jahr 2013 abgerissen werden. In der Nacht hatte die Polizei das Gelände abgesperrt. Das verlassene Haus hatte der Stadt schon länger Probleme bereitet. Anwohner hatten den Zustand des Gebäudes bereits vor Jahren kritisiert. Damals hatte die Verwaltung ein Zwangsgeld verhängt. Der Eigentümer hatte jedoch Insolvenz angemeldet. Zuletzt gehörte die Ruine einer Immobilienfirma aus dem Ruhrgebiet. Nachdem die Steine auf die Straße gefallen waren und unter dem Druck der Stadt kümmerte sich diese schließlich selbst um den Abriss.

Passiert ist seitdem nichts. Auf dem Grundstück wachsen die Büsche in Richtung der Bahngleise vor sich hin. Ein weiteres Grundstück, nur wenige Meter weiter, gehört offenbar demselben Eigentümer. Gemeinsam hat es mit dem benachbarten Areal, dass auch hier kein Wohnhaus mehr steht.

Die Stadt hatte das Gebäude, das an der Bremer Straße 69 stand, bereits im Dezember 2009 abgerissen, so Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau der Stadt Osnabrück. Wesentlicher Unterschied: In diesem Fall musste die Stadt den Abriss bezahlen und organisieren. Der Eigentümer war nicht greifbar. Die Kosten, sowohl für die Straßensperrung vor Hausnummer 61 wie auch für den Abriss von Nummer 69, habe der Eigentümer bisher nicht beglichen. Auch auf dem zweiten Grundstück wächst Gras vor sich hin. Auch auf dem zweiten Grundstück wächst das Gras vor sich hin. „Ungewöhnlich“ nennt das Schürings. Lagen wie diese seien eigentlich beliebt und würden schnell wieder bebaut. Mittlerweile steht auf dem Grundstück mit der Nummer 69 sogar ein Altkleidercontainer der Firma ELKO-Trans KG, die in zahlreichen Zeitungsartikeln etwa aus Greven und Emsdetten als zwielichtig bezeichnet wird.

In Osnabrück scheint dagegen alles ordnungsgemäß zu laufen: Die untere Abfallbehörde teilte auf Anfrage mit, dass Elko-Trans Container für die Deutschen Textilrecycling-Werke (DTRW) aufstellt und unterhält, den Inhalt aber nicht verwertet. Die DTRW haben bereits im Jahr 2012 die Sammlung von Altkleidern bei der Stadt angezeigt. Wenn ein Container auf einem Privatgrundstück aufgestellt werde, muss die Behörde nicht informiert werden. Nur der Grundstückseigentümer könnte jetzt noch gegen die Aufstellung protestieren, für den Fall, dass er ihr nicht zugestimmt hat.

Dass dieser Container wohl ordnungsgemäß aufgestellt wurde, heißt allerdings nicht, dass das überall in Osnabrück der Fall ist. Allein in diesem Jahr sind im Stadtgebiet schon 40 illegal aufgestellte Container entfernt worden, sagt Detlef Schnier, Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe. Vergleichsweise einfach ist das, wenn ein solcher Sammelbehälter auf städtischem Grund und Boden steht. Dann kann der Osnabrücker Service Betrieb (OSB) dem Besitzer eine Frist setzen, innerhalb derer der Container abgeholt werden soll. Passiert das nicht, kann der OSB ihn abtransportieren.