100 Jahre Haustechnik Osnabrücker Großhändler Wilhelm Koch feiert Jubiläum

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Kontaktpflege und Wissensaustausch: Koch-Geschäftsführer Manfred Schönholz im Gespräch mit Michael Getzin von der Firma Brumberg Leuchtmittel. Foto: Elvira PartonKontaktpflege und Wissensaustausch: Koch-Geschäftsführer Manfred Schönholz im Gespräch mit Michael Getzin von der Firma Brumberg Leuchtmittel. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Wem sagt der Name „Westdeutsches Installationsbüro“ noch etwas? Wohl nicht mehr allzu vielen Menschen. Anders hingegen dürfte es beim Firmennamen „Wilhelm Koch“ sein. Die Haustechnik-Experten mit Sitz im Fledder sind aus eben jenem Westdeutschen Installationsbüro hervorgegangen, das vor genau 100 Jahren gegründet wurde. Sein Jubiläum hat das Unternehmen jetzt mit einer großen Hausmesse gefeiert.

„Wir wollten zum 100. Geburtstag unseres Unternehmens einmal alle Partner aus den Bereichen Sanitär und Elektro in einer gemeinsamen Hausmesse zusammenbringen“, begründet Geschäftsführer Manfred Schönholz den Mega-Event auf dem Firmengelände im Fledder Am Huxmühlenbach. Das Ergebnis lässt sich in nüchterne Zahlen fassen: 2500 Quadratmeter Ausstellungsfläche – die Dauerausstellung umfasst etwa 4000 Quadratmeter – in einem Messezelt, 170 Aussteller und etwa 1000 Besucher an jedem der drei Messetage.

In den vergangenen Jahren habe sein Unternehmen die dreitägigen Hausmessen nach den beiden Fachbereichen Sanitär und Elektro getrennt. Der Versuch einer gemeinsamen Messe liege aber nahe, da sich zunehmend Schnittmengen der beiden Gewerke herausbildeten. „Zudem beginnt jetzt unsere Saison“, so Schönholz weiter. Die Bauten seien im Herbst so weit hergestellt, dass die Installationsbetriebe mit ihren Arbeiten beginnen könnten.

Die Firma Wilhelm Koch wendet sich nicht an den Endverbraucher, sondern vielmehr an Industrie- und vor allem Handwerksbetriebe. Zwar können Endverbraucher sich in den Kochschen Ausstellungsräumen über das Angebot informieren, bestellt, geliefert und verbaut werden die Komponenten dann aber über den Installationsbetrieb. Lediglich im Küchensegment ist Wilhelm Koch selbst unterwegs. Hier kann der Privatkunde seine Küche nach Maß planen lassen und bestellen. Aufgebaut wird das Glanzstück dann von Subunternehmern des Großhändlers.

Kerngeschäft aber ist und bleibt der Großhandel, der von den etwa 420 Mitarbeitern an den zehn Standorten im norddeutschen Raum abgewickelt wird. 32000 Artikel hält das Unternehmen ständig an Lager vor. „Zugriff haben wir aber auf etwa 200000 Artikel“, so Schönholz, der das Geschäft von der Pieke auf im Unternehmen gelernt hat. Wer seine Ware bis 18 Uhr bestellt, kann damit rechnen, dass er sie am Morgen des nächsten Tages abholen kann oder sie geliefert bekommt.

Die Firma Wilhelm Koch versteht sich laut Schönholz als technischer Dienstleister, der gegenüber dem Internet in Zusammenarbeit mit den Installationsbetrieben vor allem durch sein Know How punkten kann. Ob Gründervater Wilhelm Koch geahnt hat, zu welcher Größe sich seine Firma aufschwingen würde, sei dahingestellt. Den festen Glauben an den technischen Fortschritt hat er jedenfalls gelebt und seinen Betrieb zur Installation von Licht- und Kraftanlagen gegründet, wie es damals hieß. Der erste Großauftrag: die Elektrifizierung von 36 Siedlungshäusern in Oesede. „Und nur wenige Jahre später erstrahlte in vielen Gemeinden rund um Osnabrück elektrisches Licht – dank Wilhelm Koch und seinem „Westdeutschen Installationsbüro““, heißt es in der Firmenchronik. Noch vor dem Ersten Weltkrieg machte sich Wilhelm Koch auch als Produzent einen Namen. Für mehr als ein halbes Jahrhundert trug seine Motorenwerkstatt entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens bei.

Etwa 1925 kam der Elektrogroßhandel hinzu, als sich immer mehr Installationsbetriebe in Osnabrück und Umgebung gründeten. Anstatt in Konkurrenz zu treten, verlegte sich Koch auf den Großhandel und belieferte die ehemaligen Wettbewerber. 1960 wurde das Angebot dann um den Sanitärbereich erweitert.


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