Wulf-Siegmar Mierke und sein Wehrpass Beim Bund mussten die Haare ab

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40 Jahre ist es her: Wulf-Siegmar Mierke mit Wehrpass aus seiner Zeit als Funker bei der Marine. Foto: Michael Gründel40 Jahre ist es her: Wulf-Siegmar Mierke mit Wehrpass aus seiner Zeit als Funker bei der Marine. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Mit der Frisur hätte er auch bei den Bee Gees mitsingen können. Ja, sagt Wulf-Siegmar Mierke, musikalisch sei das schon seine Wellenlänge gewesen. Aber der junge Mann war vor allem ein ambitionierter Fußballspieler. Bis zu seiner Einberufung am 2. Januar 1974. Das Foto mit der langen Matte und dem Softie-Blick ziert seinen Wehrpass.

Eigentlich hätte er gar nicht dienen müssen, meint der 60-jährige Verwaltungsbeamte, der für die UWG im Rat der Stadt Osnabrück sitzt. Ein Hinweis auf die beiden älteren Brüder hätte gereicht, um ihn von der Wehrpflicht zu entbinden. Aber das wusste er als junger Mann noch nicht.

Als Fußballer vom SV Eintracht wollte Wulf Mierke seine Bundeswehrzeit unbedingt in Osnabrück verbringen, am liebsten bei den Funkern am Hauswörmannsweg. Nach dem Eignungstest wurde er aber schnurstracks als Funker zur Marine beordert. Und das, obwohl er von sich selbst sagt: „Wenn ich Wasser sehe, wird mir schlecht!“

Zum Glück musste er seinen Dienst nicht auf einem Kriegsschiff ableisten, sondern auf einer Landfunkstation in Emden. Das hatte den Vorteil, dass er dort den Führerschein Klasse II machen konnte, aber mit der Fußballkarriere war es vorbei. Bei den Funkern lief im Hintergrund meist Radio Luxemburg oder Radio Hilversum mit der angesagten Musik von damals. Das war zwar nicht erlaubt, aber „heute kann ich es ja sagen“, gesteht Wulf Mierke, der seine 15 Monate beim Bund im Nachhinein als eine „lehrreiche Zeit“ bezeichnet. Damit meint er vor allem die Erfahrung, sich mit sechs oder acht jungen Männern eine Stube teilen zu müssen. Besonders gefallen hat ihm aber die Marineuniform: „Die kam bei den Mädchen gut an!“

Die Haare, die sein Foto auf dem Wehrpass noch zieren, hatte er zum Dienstantritt schon stutzen lassen. Darüber freute sich der Vater, der es jahrelang nicht verwinden konnte, dass sich sein Sohn mit einem so „mädchenhaften“ Outfit überhaupt auf die Straße traute.

Wulf Mierke mochte damals die Musik von Udo Jürgens und Reinhard Mey. Wenn er nicht auf dem Fußballplatz war, ging er am liebsten in die Altstadt oder zum Tanzen. Da traf es sich gut, dass er seinen acht Jahre älteren Bruder Frank Mierke und dessen über Osnabrück hinaus bekanntes Sextett öfter mal bei Auftritten begleiten durfte.

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