PEN-Zentrum Deutschland startet Literaturprojekt Felix Nussbaum als Inspirationsquelle

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Hatte die Idee zu „Menschen und Masken“: Jutta Sauer, PEN-Mitglied, mit Josef Haslinger, Präsident des deutsche PEN-Zentrums, im Nussbaum-Haus. Foto: Gert WestdörpHatte die Idee zu „Menschen und Masken“: Jutta Sauer, PEN-Mitglied, mit Josef Haslinger, Präsident des deutsche PEN-Zentrums, im Nussbaum-Haus. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. 20 Autoren des deutschen PEN-Zentrums wollen sich in den kommenden Monaten in Osnabrück von dem Werk des Malers Felix Nussbaum (1904–1944) für eigenständige literarische Texte inspirieren lassen.

Aus dieser Begegnung soll am Ende eine Anthologie mit ausgewählten Bildern des Osnabrücker Malers herausgegeben werden. Das kündigten gestern Initiatorin Jutta Sauer und der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger, bei der Vorstellung des zweiteiligen Literaturprojekts „Menschen und Masken“ an.

Doch vor der Buchveröffentlichung werden acht Autoren, darunter Katja Behrens, Feridun Zaimoglu, Tanja Kinkel und Johano Strasser im Felix-Nussbaum-Haus zu Gast sein. In Rahmen der öffentlichen Veranstaltungsreihe, die am 8. Oktober, 19 Uhr, mit der Autorin Katja Behrens beginnt und bis Mai 2015 läuft, wird das Osnabrücker PEN-Mitglied Jutta Sauer die Schriftsteller im Gespräch porträtieren. Angelehnt an die Bedeutung von Porträt, Selbstporträt und dem Motiv der Maske im Werk des von den Nazis verfolgten und ermordeten Felix Nussbaum, will Sauer dabei hinter das öffentliche Bild schauen, das ein Autor durch sein Werk schafft. Dabei könnten Masken sichtbar, aber auch Menschenbilder frei werden.

Eine Verbindungslinie zwischen dem Schicksal und Werk Nussbaums zu den Themen des PEN ist leicht gezogen: Denn es gehöre zum historischen „Grundauftrag“ (Haslinger) der internationalen Schriftstellervereinigung, sich für Völkerverständigung einzusetzen und sich für verfolgte Autoren zu engagieren .

Doch nicht nur Nussbaums Werk, sondern auch das ihm gewidmete Haus, das „Museum ohne Ausgang“, soll als Inspirationsquelle dienen. Für Haslinger steht das Gebäude von Daniel Libeskind für eine „Architektur, die nachdenkt über die Herkunft“.

Die PEN-Veranstaltungsreihe findet in Zusammenarbeit mit der Felix-Nussbaum-Gesellschaft und der Stadt Osnabrück statt. Stadträtin Rita Maria Rzyski freut sich auf „hochkarätige Autoren aus dem ganzen Land“. Amrei Kunze von der VGH-Stiftung und Susanne Tauss vom Landschaftsverband Osnabrücker Land – beide Institutionen gehören unter anderem. zu den Projektförderern – halten die „Querverbindung, die zwischen verschiedenen Künsten gezogen“ werden, für besonders reizvoll. „Was aus dieser Begegnung als neue Kunst entsteht, darauf bin ich gespannt“, so Tauss. Und von dieser Kombination aus Architektur, Bildender Kunst und Literatur im Felix-Nussbaum-Haus verspricht sich auch Haslinger „ein Thema, das Schriftsteller in mehrfacher Hinsicht herausfordern kann.“


Die Veranstaltungsreihe im Felix-Nussbaum-Haus „Menschen und Masken“, Gespräch und Lesung, beginnt am Mittwoch, 8, Oktober, 19 Uhr, mit der Schriftstellerin Katja Behrens. Es folgt am Donnerstag, 6. November, 19 Uhr, ein Abend mit Johano Strasser, Tanja Kinkel ist am Donnerstag, 4. Dezember, 19 Uhr, zu Gast und Feridun Zaimoglu am Donnerstag, 21. Januar. Kostenfreie Eintrittskarten sind zwei Wochen vor der Veranstaltung im Museumsladen erhältlich. Telefonische Kartenreservierung unter 0541/323-2560.

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