Polizei Osnabrück ermittelt weiter Keine Zeugen für Übergriff auf Kind am Rosenplatz

Der mutmaßliche Übergriff auf ein Schulkind am Rosenplatz lässt die Gerüchteküche brodeln – zum Leidwesen der Polizei. Symbolfoto: Gert WestdörpDer mutmaßliche Übergriff auf ein Schulkind am Rosenplatz lässt die Gerüchteküche brodeln – zum Leidwesen der Polizei. Symbolfoto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die Nachricht vom Übergriff eines Fremden auf eine Neunjährige, den eine ältere Frau durch beherztes Eingreifen vereitelt haben soll, hat die Bürger aufgeschreckt. Eltern verfallen in Panik, Schulen fühlen sich zu Rundbriefen veranlasst und reden ausführlich mit den Kindern. Dabei ist nicht einmal klar, was sich am Dienstagmorgen vor einer Woche auf dem Rosenplatz in Osnabrück wirklich abgespielt hat. Die Polizei jedenfalls warnt vor voreiligen Schlüssen.

Aus redaktioneller Sicht war es die Topmeldung der Woche. Zwar reichten die Informationen damals gerade einmal für einen 41 Zeilen langen Einspalter auf der ersten Lokalseite unserer Zeitung. Auf noz.de aber wurde der Beitrag inzwischen übe

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Was können Kinder tun, wenn sie sich in der Öffentlichkeit von Fremden bedroht fühlen? Kampfkunstlehrer und Selbstverteidigungsprofi Dirk Linnemeyer aus Bramsche, der in Osnabrück Kurse unter anderem speziell für Kinder gibt und sein Wissen in dem Buch „iDefend – Sei dein eigener Bodyguard“ zusammengefasst hat, empfiehlt: weglaufen! Am besten dorthin, wo andere Menschen sind und sich nicht verstecken, wo es einsamer wird.

Sollte eine Flucht unmöglich sein, sei es das oberste Gebot, ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit zu erregen – etwa durch lautes Schreien. „Kinder dürfen unhöflich sein, wenn sie von Fremden angesprochen werden“, sagt Linnemeyer. Es gehe darum, Unbeteiligte in das Geschehen einzubeziehen, um ihr Wegschauen zu verhindern. Noch besser als „Hilfe, lass mich in Ruhe!“ sei dabei der Ausruf: „Das ist nicht mein Vater!“ Befindet sich ein Fahrzeug in der Nähe, verfehle auch der Satz „Der Mann macht das Auto kaputt“ nur selten seine Wirkung.

Um nicht weggezerrt oder verschleppt zu werden, sollten Kinder sich an anderen Leuten festkrallen oder sich an feste Gegenstände wie Ampeln und Laternen klammern. Im Zweifel eigne sich für diese „Ankertechnik“ auch das Bein des Angreifers. „Statistiken zeigen, dass die Hälfte der Sexualtäter bei der geringsten Gegenwehr von ihren Opfern ablassen und sich ein leichteres suchen“, weiß Selbstverteidigungslehrer Linnemeyer.

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