Zubringerdienst eingeschränkt „Bannmeile“ gegen Elterntaxi an Osnabrücker Grundschule

Von Stefan Buchholz

Mit Verkehrstraining für die Kinder und einer sogenannten Bannmeile für den Zubringerdienst der Eltern mit dem Auto sollen gefährliche Verkehrssituationen verhindert werden. Foto: Hermann PentermannMit Verkehrstraining für die Kinder und einer sogenannten Bannmeile für den Zubringerdienst der Eltern mit dem Auto sollen gefährliche Verkehrssituationen verhindert werden. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Zum Schuljahresbeginn hat die Grundschule am Schölerberg zum ersten Mal eine „Bannmeile“ eingerichtet. Autos der Eltern - auch Elterntaxis genannt - haben dort nichts mehr zu suchen. So will man dem Verkehrschaos begegnen, das sich bislang täglich vor der Schule abspielt.

Mit dem Auto auf den Lehrerparkplatz, das eigene Kind ausladen und ihm am besten den Schulranzen noch bis an den Stammplatz im Klassenzimmer tragen: Das ist, wie an vielen deutschen Grundschulen, auch an der Schölerbergschule mittlerweile die Regel. Besonders der morgendliche Zubringerdienst kann zur Gefährdung der Kinder führen, die noch mit Fahrrad, Roller oder per pedes kommen.

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„Hier wird auch schon mal zweite Reihe auf der Straße geparkt“, hat etwa der Elternratsvorsitzende Pedro Goncalves beobachtet. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, ergänzt Karl-Heinz Klenke vom Präventionsteam der Polizei. „Sie nehmen Verkehr anders wahr.“

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Um die Sicherheit der Kinder vor den „Elterntaxen“ zu erhöhen, haben sich Polizei und die Schölerberg-Grundschule zur Einrichtung einer Bannmeile entschlossen. Dabei setzt man auf freiwillige Respektierung und Einsicht. Vor den Sommerferien wurden die Eltern über die Aktion informiert. „Und wir sind mit den Kindern losgegangen und haben nach guten Stoppmöglichkeiten gesucht“, erklärte Klenke.

Drei Punkte fand man, an denen Eltern ihre Schützlinge nun auch alleine den restlichen Weg zur Schule und ins Klassenzimmer finden lassen können. Der weiteste Weg zur Schule beträgt nun 250 Meter, was einem etwa vierminütigen Fußweg entspricht. Die beiden anderen Haltepunkte liegen jeweils 150 Meter links und rechts vor der Schule und lassen den Klassenraum in jeweils zwei Minuten erreichen.

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Mehr oder minder scheint die Bannmeile respektiert zu werden, wie bei der Aktion „Gelbe Füße“ deutlich wurde. Die Kinder der zweiten und dritten Klasse sprühten dabei mithilfe einer Schablone jeweils ein Paar Füße auf markante Stellen des Bürgersteiges, die zur besonderen Vorsicht beim Queren der Straße ermahnen.

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Gute Erfahrungen mit der Bannmeile hat man seit einem Jahr bei der Elisabethschule in der Rückertstraße gemacht. „Das hat auf jeden Fall etwas gebracht“, antwortet Konrektorin Petra Hause auf Nachfrage. Der längste Weg für die Schüler betrage nun zehn Minuten. Alljährlich erinnere man dort mit der Aktion „Zu Fuß zur Schule“ an alternative Möglichkeiten zum „Elterntaxi“.

Dazu rät auch der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der Verzicht auf das Chauffieren des Nachwuchses sei ein Gewinn für Eltern und Kinder, weil der Stress sinke und Kinder Erfahrung gewönnen, meint Anja Hänel, VCD-Referentin für Mobilitätserziehung. „Eltern ist oft nicht bewusst, dass Kinder immer wieder üben müssen, um sicher unterwegs zu sein. Nur durch aktive Teilnahme am Straßenverkehr wächst das Gefahrenbewusstsein. Das kann nicht als Mitfahrer im Auto gelernt werden.”

Laut Präventionspolizist Klenke soll die Bannmeile auch vor weiteren Grundschulen eingerichtet werden – wenn die Eltern mitspielen.