Kostspielige Reinigung Müllablagerungen verunstalten Osnabrücker Arndtplatz

Von David Hausfeld


Osnabrück. Ärger am Arndtplatz: Die Stellfläche für Altglas-Sammelcontainer in der Nähe der Bushaltestelle an der Martinistraße wird regelmäßig zu einer öffentlichen Müllhalde umfunktioniert.

Unbekannte nutzen den Platz weit über seinen eigentlichen Zweck hinaus und laden jede Art von Abfall, Ramsch und Schrott dort ab. Diese „wilden Müllablagerungen“ sind kein Einzelfall, sondern ein arbeitsaufwendiges und kostspieliges Problem.

„Der Arndtplatz ist noch einer der harmloseren Standorte“, gab Detlef Schnier aus der Abteilung Abfallwirtschaft der Osnabrücker Servicebetriebe (OSB) zu bedenken. Derzeit stellt die Stadt Osnabrück 140 dieser Stellflächen zur Verfügung. Einige Bewohner sehen in diesen öffentlichen Plätzen scheinbar eine Einladung zur persönlichen Müll- und Schrottentsorgung.

Es sei ein bekanntes Thema und Problem. Mehrere Mitarbeiter der OSB machten regelmäßig die Bereiche rund um die Altglas-Sammelcontainer sauber. „Teilweise werden die Standorte zwei bis drei Mal pro Woche gereinigt“, erklärte Schnier.

Glasscherben und illegale Müllablagerungen

Und ist der Müll einmal entsorgt, seien wenig später wieder Glasscherben und illegale Müllablagerungen dort zu finden. Ein Teufelskreis und kostspieliges Unterfangen, das die Stadt rund 120000 Euro im Jahr kostet. Die Organisation und Verwertung von Altglas übernehmen derzeit zehn festgestellte Systembetreiber. Die Stadt muss ihnen Stellflächen für die Aufstellung von Altglas-Sammelbehältern zur Verfügung stellen und ist dabei auch für die Reinigung dieser Flächen verantwortlich.

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Die Systembetreiber vergeben wiederum alle drei Jahre nach Ausschreibung die Entsorgung und Verwertung von Altglas an ein Entsorgungsunternehmen, von dem die Glascontainer geleert werden. Für das Stadtgebiet Osnabrück obliegt diese Aufgabe momentan der Firma Meyer Entsorgung.

Sisyphosarbeit

Die Bemühungen der Reinigungskräfte erinnern derweil an den griechischen Mythos des Sisyphos. Dieser zog der Sage nach den Zorn der Götter auf sich. Als Strafe musste er einen großen Stein einen Berg hinaufrollen – und das immer und immer wieder. Heute kennen wir müßige, immer wiederkehrende Arbeit unter dem Begriff „Sisyphusarbeit“. Der Straßenreinigung und der OSB scheint dabei weniger der Zorn der Götter als die Unvernunft einiger Mitmenschen ereilt zu haben.

Debatte in Osnabrück: Der gelbe Sack gehört in die Tonne

Aufmerksame Bürger können wilde Müllablagerungen sowie Schäden und Verunreinigungen im Stadtbild über das Ereignis-Melde-System-Osnabrück (EMSOS) unter www.osnabrueck.de/emsos an die Stadtverwaltung weiterleiten.