Neuer Busfahrplan Verwirrung am Neumarkt in Osnabrück

Von Stefanie Witte


Osnabrück. Durch die Johannisstraße fahren wieder Busse und damit hat sich der Fahrplan geändert. Doch viele Bürger waren damit am Dienstagmorgen noch überfordert.

Dienstagmorgen am Neumarkt: Im dichten Getümmel rund um die Bussteige sind die Helfer in den gelben Westen heute besonders gefragt, denn durch die Johannisstraße fahren wieder Busse und damit hat sich der Fahrplan geändert.

Verwirrung am Bussteig B: Vor dem ehemaligen Wöhrl-Gebäude stehen zwei Bushaltehäuschen, allerdings ohne Fahrpläne. Etwa fünfzig Meter weiter sind Mitarbeiter der Stadtwerke damit beschäftigt, zwei weitere Häuschen und Schilder mit den Linien, die hier fahren, aufzubauen. Gestern wurde der Boden hier noch geteert. Bürger wie Busfahrer sind zu Beginn verwirrt, wo sie halten und warten sollen.

Gut, dass Frank Kotelnicki und Rolf Hauffe an diesem Morgen wie an jedem Werktag da sind und helfen. Regelrecht bestürmt werden die beiden Helfer. Angestellt sind sie bei der Bahnhofsmission , die von Diakonie und Caritas finanziert wird. Tätig sind sie für die Stadtwerke. Auf ihren gelben Warnwesten prangen die Embleme beider Organisationen.

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Als „Einstiegshilfe, Umstiegshilfe und Auskunft“ bezeichnet Kotelnicki die Arbeit der beiden. Heute liegt der Schwerpunkt klar auf der Auskunft. Als wandelnder Fahrplan sorgen die beiden Männer sechs Stunden lang dafür, dass Busfahrende die richtigen Haltestellen finden. Kotelnicki sprintet hinüber zu den verlassenen Wartehäuschen, erklärt den Wartenden, dass die Haltestelle verlegt wurde. Eine ältere Dame begleitet er zum neuen Halt. Die beiden unterhalten sich angeregt.

Wo fährt der Bus?

Der Fahrer eines Busses mit der Nummer 11 winkt währenddessen auf der gegenüberliegenden Seite Rolf Hauffe zu, der winkt zurück. „Zum Klinikum?“, ruft eine ältere Dame dem Mann in der gelben Weste entgegen. „Da fährt die 233“, weiß Hauffe. „Aber wann die kommt, weiß kein Mensch?“, fragt die Dame zurück. „Die 233 kommt um 10.11 Uhr“, ergänzt der 50-Jährige ruhig. Auf dem Gesicht der Dame macht sich ein Lächeln breit. Sie bedankt sich und geht zum Bussteig, den Hauffe ihr gezeigt hat.

Frank Kotelnicki kommt zu seinem Kollegen zurück: „Die Hedwig stand da auch. Die hätte da ewig gewartet.“ Damit ist die ältere Dame gemeint. „Entschuldigung, die 41 nach Düstrup?“, drängt sich eine junge Frau dazwischen. „Die fährt vor dem VGH-Gebäude, da wo die Säulen sind“, erklärt Kotelnicki geduldig. Diesen Satz wird der 51-Jährige an bis zum Dienstschluss um 15 Uhr noch ungezählte Male sagen.

„Wo geht’s denn zur Brinkstraße?“, fragt ein junger Mann. „Brinkstraße – Berufsschulzentrum“, sagt Hauffe, denkt kurz nach und beschreibt ihm dann den Weg.

Eine ältere Dame steht schon Schlange, um ebenfalls eine Auskunft zu ergattern: „Wo fährt denn jetzt die 53 ab?“ „C2, Edeka Johannisstraße“, sagt Kotelnicki. „Die Älteren sagen auch noch Hill“, fügt er hinzu. Eine jüngere Frau mit einem Kind an der Hand hakt nach: „Fährt die auch in die Dodesheide?“

Seit dem 29. Juli war die Johannisstraße für Busse gesperrt.

Kurz nachdem Hauffe innerhalb von einer Minute mehreren Leuten den Weg erklärt und einer Rentnerin mit Rollator in den Bus geholfen hat, ist Frank Kotelnicki vor dem Wöhrl-Gebäude mit „Walter“ unterwegs.

Walter Heuer ist stark sehbehindert. Dass heute seine Haltestelle an die Johannisstraße verlegt wurde, macht den Weg nach Haste nicht einfacher. Kotelnicki navigiert den Mann zielsicher durch die Auslegeware des Blumengeschäftes bis zur Bushaltestelle an der Johannisstraße.

Ein Haltestellenschild, grüner Teppich und eine Holzbank formen den Bussteig vor dem Edeka.

Walter Heuer findet es richtig gut, dass es die Männer in den gelben Westen gibt. Bis sein Bus kommt, bringt Frank Kotelnicki den nächsten Passanten bis zur Straßenecke und weist ihm den Weg zum VGH-Gebäude. Dann kommt auch der Bus nach Haste.

Kotelnicki stellt sicher, dass seinem Schützling beim Einsteigen nichts passiert, und grüßt den Busfahrer. Dann geht er zurück zum Neumarkt. Da ist er schließlich eingeteilt. Findet er seinen Job stressig? „Nein“, sagt der 51-Jährige. Er sei an den Trubel gewöhnt. „Außerdem kriegt man unglaublich viel von den Menschen zurück.“


Die Linien 41, 51, 52, 53, 61 62, 460, 463 – 469. 71, 72, 94 und der Stadtteilbus Berningshöhe fahren stadteinwärts durch die Johannisstraße zum Bussteig C 2.

In stadtauswärtiger Richtung fahren die Linien 41, 51, 52, 53, 61, 62, 460, 463 – 469, 71, 471, 473 und der Stadtteilbus Berningshöhe ab Berliner Platz bzw. Stresemannplatz zur Ersatzhalte-stelle C1 am Neuen Graben (VGH Gebäude).

Der Nachtbus N 4, N 6 und N 64 fahren von der Kamp Promenade kommend über Neumarkt, Kollegienwall, Pottgraben, Petersburger Wall und Johannistraße zum Rosenplatz. Der Bussteig F vor der Sparkasse wird nicht mehr angefahren.