Konzert der „Draufsänger“ Mit neuem Selbstverständnis im Haus der Jugend

Haben sich umgetauft: Die Sänger von einst „Bon Timbre“ traten unter dem neuen Namen „Draufsänger“ im Haus der Jugend auf. Foto: Elvira PartonHaben sich umgetauft: Die Sänger von einst „Bon Timbre“ traten unter dem neuen Namen „Draufsänger“ im Haus der Jugend auf. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Das Vokalensemble „Bon Timbre“ hat sich 2014 umbenannt und trat nun als „Draufsänger“ bei einem Konzert im Haus der Jugend auf.

In den letzten Jahren sind sie zahlreicher geworden, männliche Vokalensembles wie Amacord , Wise Guises , May Be Bob,Wise GuisesFünf vor der Ehe , Bon Timbre und nun die „Draufsänger“. Aber halt – beim Konzert dieser Gruppe im Osnabrücker Haus der Jugend, entdecken viele, dass es sich da um keine Neulinge handelt.

Das Vokalensemble Bon Timbre hat sich 2014, also in diesem Jahr, umbenannt und nennt sich jetzt „Draufsänger“. Unter den Mitgliedern von Bon Timbre und ihrer Szene fanden in 22 Jahren Bestehen Veränderungen statt, die zu einem neuen Selbstverständnis der Gruppe führten.

Die Sänger fühlen sich heute weniger akademisch. Sie haben ein lässigeres Bühnenverständnis, und das bringen sie in ihrem neuen Programm gekonnt über die Rampe.

Nur noch wenige Titel werden als komplette Wiedergaben gesungen. „Yesterday“ von den Beatles gehört dazu, auch Elvis Presleys „Love Me Tender“, aber bereits „Barbara Ann“ von den Beach Boys übertrifft das Original an Schwung. Alles Übrige erscheint in verfremdetem Gewand.

Im „Seaside Rendezvous“ machen die Sänger nur mit den Stimmen blecherne Trompeten nach. Selbst der Klang einer bayrischen Trachtenkapelle wird perfekt imitiert.

Hier zeigt sich das neue Gesicht der „Draufsänger“: eine geradezu übermütige Mundperkussion und vokale Darstellung aller gängigen Instrumente.

Dagegen sind sie sparsam mit Show-Einlagen. Sie bewegen sich nur gemäßigt zu ihren Songs. Das sängerische Element bleibt unangefochten im Vordergrund.

Mit nostalgischem Charme erreichen sie auch ältere Zuhörer des Publikums. Es wandert ein Lächeln durch die Reihen, als man Rudi Carrells Stimme wiedererkennt bei „Wann wird es endlich richtig Sommer?“.

Und Konzertbesucher im Haus der Jugend, die zuvor mit „Wochenend und Sonnenschein“ von den Commedian Harmonists verwöhnt wurden, sind nun auch bereit, selbst mitzusingen.


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