Von Lüstringen nach Wehrendorf Alternative 380-kV-Trassensuche ohne Osnabrück

Von Jean-Charles Fays


Bissendorf/Osnabrück. Die Gemeinde Bissendorf und der Übertragungsnetzbetreiber Amprion haben einen für den Vorhabenträger bislang einmaligen Trassenfindungsprozess ins Leben gerufen. Untersucht wird das Gebiet rundum den geplanten dritten Streckenabschnitt der 380-kV-Höchstspannungsleitung Nummer 16 von Osnabrück-Lüstringen nach Bad Essen-Wehrendorf. Alle betroffenen Kommunen sowie der Landkreis Osnabrück wurden zur Suche einer alternativen Trasse eingeladen. Alle wollen sich an dem Projekt beteiligen - nur die Stadt Osnabrück nicht.

Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter verweist darauf, dass beim Osnabrücker Stadtbaurat Frank Otte noch am 25. August nachgefragt wurde, ob er sich nicht am Findungsprozess beteiligen wolle. Dieser habe aber abgesagt, weil der Stadtentwicklungsausschuss sich gegen eine Beteiligung ausgesprochen habe. Auf Anfrage unserer Zeitung begründete Otte die Absage damit, „dass eine solch regionalplanerische Fragestellung auf einer anderen Ebene geklärt und bearbeitet werden muss“. Seitens der Stadt Osnabrück würde die Federführung für einen solchen Trassenfindungsprozess eher auf einer übergeordneten Ebene gesehen als bei einer kreisangehörigen Gemeinde. Diese sieht die Stadt eher beim Landkreis Osnabrück als untere Raumordnungsbehörde. Der Rat der Stadt hatte Ende Juli beschlossen, eine umfangreiche Prüfung alternativer Streckenverläufe und eine zumindest teilweise Erdverkabelung zu fordern.

Kommentar: Mitgestalten ist besser als Jammern

Halfter zeigte sich nach der Absage der Stadt irritiert: „Ich hätte mir gewünscht, dass man aufeinander zugeht“, betonte aber auch: „Die Tür steht weiter offen.“ Neben Bissendorf beteiligen sich die Gemeinden Bad Essen, Ostercappeln, der Landkreis, verschiedene Ortsvorsteher, das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, ein Büro für strategische Beratung, die Firma Grontmij sowie verschiedene Kommunalpolitiker an dem Trassenfindungsprozess. Die Federführung in diesem Prozess liegt bei der von diesem Streckenabschnitt am stärksten betroffenen Gemeinde Bissendorf.