Info am „Tag des Friedhofs“ Schluss mit Ärger um Wiesengräber in Osnabrück?

Von Ulrike Schmidt

Blumen und Gestecke werden immer wieder auf den Wiesengräbern abgelegt, obwohl das nicht erlaubt ist. Die Stadt will nun eine Ablagefläche neben den Wiesengräbern anlegen. Foto: Swaantje HehmannBlumen und Gestecke werden immer wieder auf den Wiesengräbern abgelegt, obwohl das nicht erlaubt ist. Die Stadt will nun eine Ablagefläche neben den Wiesengräbern anlegen. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Immer wieder Ärger mit den Wiesengräbern: Trauernde Angehörige legen Blumen auf die Namensplatte, obwohl das nicht erlaubt ist. Die Stadt plant, in der Nähe der Wiesengräber eine Ablagefläche für Blumengestecke anzulegen.

Eva Güse, Abteilungsleiterin Friedhöfe und Bestattungswesen beim Osnabrücker Servicebetrieb, hofft, dass bis zum Frühjahr 2015 die ersten Anlageflächen zur Verfügung stehen. Dann müssten die Friedhofsmitarbeiter nicht immer wieder die Gestecke von den Urnengräbern unter dem Rasen entfernen. Einzige Ausnahme: Von den Totengedenktagen bis Weihnachten werden Gestecke auf den Wiesengräbern geduldet – dann muss allerdings der Rasen auch nicht mehr gestutzt werden.

Ansonsten würden Blumen regelmäßig zweimal pro Woche entfernt, sagte Güse auf Anfrage unserer Zeitung: Zum einen störten die Blumen beim Mähen oder jetzt beim Entfernen des Herbstlaubes, zum anderen passe Blumenschmuck nicht zu dieser Grabart. „Manche Menschen wünschen sich eine Ruhestätte mit Wiesen- und Waldcharakter“, erläutert Güse. Da sei kein Platz für Blumengestecke.

Wiesengräber würden in den meisten Fällen gewählt, um den Angehörigen keine Arbeit mit der Grabpflege aufzubürden, berichtet Güse aus ihrer Erfahrung. Sie wollten den Hinterbliebenen einen Gefallen tun, vergrößerten aber damit oft nur die Trauer. Das sei vor allem bei Paaren zu beobachten: Wenn der eine gestorben ist, wolle der andere auch über den Tod hinaus für den anderen sorgen: am Grab und mit Blumengaben.

„Es heißt nicht umsonst Trauerarbeit“, meint Eva Güse. Viele Menschen brauchten die Grabpflege, um langsam Abschied zu nehmen. Der Gang zum Friedhof und ein wenig Grabpflege für die Erinnerung, der Gang zurück führe dann wieder in die Gegenwart.

Sie und ihre Mitarbeiter empfehlen deshalb Ratsuchenden, sich für ein herkömmliches Grab zu entscheiden. Finanziell ist ein Urnenreihengrab mit 956 Euro für 20 Jahre auch günstiger als ein Wiesengrab mit 1187 Euro. Und wer die Grabpflege selbst nicht erledigen kann, könne „für wenig Geld“ eine Friedhofsgärtnerei damit beauftragen. Frühzeitig und nicht allein planen

In jedem Fall sei es wichtig, sich frühzeitig und gründlich über alle Möglichkeiten zu informieren, betont Güse: Das sei jederzeit beim Osnabrücker Servicebetrieb möglich und am Tag des Friedhofes, den die Stadt Osnabrück in diesem Jahr am Samstag, 4. Oktober, begeht.

Die meisten Menschen machen sich zu Lebzeiten keine Gedanken über den eigenen Tod. Überlegungen werden in der Regel erst dann getroffen, wenn jemand konkrete Berührungspunkte mit dem Thema Tod hat. Die Erfahrungen zeigen allerdings, dass es für alle Beteiligten eine große Beruhigung und Entlastung ist, wenn Entscheidungen für den Todesfall schon vorher getroffen und niedergelegt wurden. Die Hinterbliebenen können guten Gewissens dann die letzten Wünsche erfüllen. Der Osnabrücker Servicebetrieb lädt deshalb zum „Café der letzten Fragen“ am Tag des Friedhofs auf dem Domvorplatz am Samstag, 4. Oktober, von 10 bis 14 Uhr ein.

„An-denken, Vor-denken, Ge-denken“ ist das Motto des 2001 ins Leben gerufenen Aktionstags „Tag des Friedhofs“. Als Gesprächspartner präsentiert sich die Stadt rund um das Thema Tod, Sterben, Grabwahl und Bestattung. Für alle Fragen zu verschiedenen Grabarten und Gebühren stehen die Mitarbeiter der Friedhofsabteilung zum unverbindlichen Gespräch bei einer Tasse Kaffee bereit.