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Wurzeln in der Universität Mit Psycho-Tests in die Selbstständigkeit: Osnabrücker Impart GmbH hilft bei der Entscheidungsfindung

<em>Persönlichkeitsprofil sichtbar gemacht: </em>Das Foto zeigt Heiko Frankenberg, Anke Bavendam-Kreib, Wolfgang Gurk, Gudula Ritz-Schulte, Marvin Drosten und Boris Pistorius im Büro der Impart GmbH an der Sedanstraße. Foto: Klaus LindemannPersönlichkeitsprofil sichtbar gemacht: Das Foto zeigt Heiko Frankenberg, Anke Bavendam-Kreib, Wolfgang Gurk, Gudula Ritz-Schulte, Marvin Drosten und Boris Pistorius im Büro der Impart GmbH an der Sedanstraße. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Dieses Unternehmen hat in der Osnabrücker Universität Beine bekommen: Die Impart GmbH wendet psychologische Test- und Trainingsverfahren an, die Arbeitgebern, Sportverbänden oder auch Privatpersonen bei Entscheidungen helfen sollen. Oberbürgermeister Boris Pistorius besuchte das Impart-Büro im zukünftigen Wissenschaftspark an der Sedanstraße.

Ist der Nachwuchssportler hinreichend motiviert, um sich an die Spitze zu kämpfen? Hat der Stellenbewerber Potenziale, die er selber gar nicht kennt? Sollte der Juniorchef vielleicht etwas ganz anderes machen, als Firmennachfolger zu werden? Bei solchen Fragen bietet das vierköpfige Team von Impart einen Test an, den der Aspirant unkompliziert über das Internet absolvieren kann.

Die Besonderheit ist dabei der Blick auf die unbewusste Ebene, die über eine Zweitreaktion abgefragt wird. Wenn es um die persönliche Entwicklung und die Leistungsfähigkeit gehe, sei die Zweitreaktion viel entscheidender, sagt Impart-Geschäftsführerin Gudula Ritz-Schulte, die als Professorin an der Fachhochschule Münster tätig ist.

Die Fragebögen, die über das Internet ausgefüllt und ausgewertet werden, sind an der Osnabrücker Universität entwickelt worden, von einem Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Prof. Julius Kuhl am Fachbereich Differenzielle Psychologie.

Impart wurde 1998 als Institut für Motivations- und Persönlichkeitsentwicklung an der Universität gegründet, um die psychologischen Test- und Trainingsverfahren praxistauglich für Unternehmen, Kliniken und auch Bildungseinrichtungen umzusetzen. Später erwuchs daraus die Impart GmbH. Kuhl ist einer der drei Gesellschafter.

Das Büro befindet sich derzeit in der ehemaligen Offiziersunterkunft der Scharnhorstkaserne. Impart gehört zu den Unternehmen, die im Innovationscenter (ICO), dem künftigen Wissenschaftspark, auf eine erfolgreiche Zukunft hoffen.

Impart ist ein kleines Start-up-Unternehmen mit nur zwei Festangestellten und einem Stab von freien Mitarbeitern. Zwei Diplom-Psychologen, eine psychologisch-technische Assistentin und Programmierer sind für das Büro tätig. „Wir hoffen, dass wir weiter wachsen“, erklärte Geschäftsführerin Gudula Ritz-Schulte. Sie sieht die Märkte für ihr Unternehmen auch im Ausland, etwa der Schweiz und Russland. Oberbürgermeister Boris Pistorius, der sich zusammen mit Wirtschaftsförderer Wolfgang Gurk über die Arbeit von Impart informierte, interessierte sich vor allem als Arbeitgeber für die psychologischen Testverfahren. Sein Interesse galt dabei der Diskrepanz zwischen der bewussten und unbewusster Ebene, die mit den Fragebögen erfasst werden soll.

Er sei überzeugt, dass zum Beispiel bei der Stadtverwaltung ein großer Teil der Kompetenzen gar nicht genutzt werde, erklärte Pistorius. Mit besserer Motivation lasse sich zum einen mehr bewegen, zum anderen aber auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöhen.


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