Polizei hofft auf Tiefenwirkung Blitzmarathon: Eher wenige Verstöße

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An 21 Unfallschwerpunkten in Stadt und Landkreis Osnabrück führte die Polizei gestern Geschwindigkeitskontrollen durch. Foto: Gert WestdörpAn 21 Unfallschwerpunkten in Stadt und Landkreis Osnabrück führte die Polizei gestern Geschwindigkeitskontrollen durch. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Der zweite bundesweite Blitzmarathon war am Donnerstag auch auf die Straßen der Region präsent: An insgesamt 21 Unfallschwerpunkten in Stadt und Landkreis Osnabrück führte die Polizei ab den frühen Morgenstunden Geschwindigkeitskontrollen durch. Für ein abschließendes Resümee der 24-stündigen Aktion war es gestern Abend naturgemäß noch zu früh, insgesamt zeichnete sich aber ein ruhiges Bild auf den Straßen ab: Verhältnismäßig wenig Temposünder wurden erwischt, deren Verstöße waren meist geringfügiger Natur.

Die mediale Präsenz des Themas dürfte dazu beigetragen haben, dass gestern viele Autofahrer bestehende Geschwindigkeitsbeschränkungen einhielten: Knapp sieben Verstöße während des Vormittages verzeichnete beispielsweise ein Team der Verkehrsüberwachung, das sich an der Lindenstraße zwischen Belm und Schledehausen postiert hatte. „An anderen Tagen sind es über den gleichen Zeitraum locker über zwanzig“, so Polizeikommissar Achim Riepe. Zuvor hatten er und seine Kollegen bereits in Wallenhorst Kontrollen durchgeführt, auch dort habe es kaum Verstöße gegeben. Riepes Erklärung: „Die Leute wissen Bescheid und fahren langsamer als sonst.“

Ein ähnliches Bild zeichnete am Abend auch Polizeisprecher Marco Ellermann: Insgesamt wenige Verstöße seien zu vermelden, die meisten davon geringfügiger Art und im Bereich von Verwarnungsgeldern. „Für eine repräsentative Aussage ist es allerdings noch zu früh“, betonte Ellermann mit dem Hinweis, dass die Aktion erst an diesem Morgen auslaufe. Für ein abschließendes Statement müssten die Resultate zunächst noch ausgewertet und analysiert werden. Bestätige sich die Tendenz des gestrigen Tages, sei der Blitzmarathon aber insgesamt als Erfolg zu werten: „Wir konnten die Leute dazu anhalten, an Gefahrenpunkten langsamer zu fahren, und hoffen, dass dies eine nachhaltige Wirkung zeigen wird.“

Eine Tiefenwirkung bei den Verkehrsteilnehmern zu erzielen sei demnach auch der eigentliche Anlass zur Aktion, erklärte Polizeipräsident Friedo de Vries: „Wir wollen keinen Blitz-Rekord aufstellen, sondern die Leute aufmerksam machen auf die Gefahren zu schnellen Fahrens, mit denen sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährden.“ Statt Sanktionierung stünde Sensibilisierung im Vordergrund – ein Aspekt, der aus Gründen der Verkehrssicherheit dringend geboten sei: „Überhöhte Geschwindigkeit zählt zu den wesentlichen Unfallursachen“, so de Vries.

In der Region habe die Zahl schwerer Autounfälle mit getöteten Teilnehmern in diesem Jahr deutlich zugenommen: Für den Bezirk der Polizeidirektion Osnabrück nannte de Vries die Zahl von 67 Verkehrstoten in den ersten neun Monaten des Jahres – 2013 lag die Zahl im selben Zeitraum bei 49.

Insgesamt 100 Beamten waren im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück für den Blitzmarathon im Einsatz. De Vries verteidigte die personalintensive Aktion gegen kritische Stimmen.

So hatte der Vorsitzende des Landesverbandes der Deutschen Polizeigewerkschaft, Thomas Kliewer, in der „Hannoverschen Zeitung“ bemängelt, zuvor angekündigte Messstellen würden den Sinn von Kontrollen untergraben. Zudem würden viele Einsatzkräfte gebunden.

Dazu de Vries: „Geschwindigkeitsmessungen durch die Polizei finden kontinuierlich auch über diesen Tag hinaus statt. Um aber ein Zeichen zu setzen, zu sensibilisieren und mit den Verkehrsteilnehmern in einen Dialog zu treten, ist eine derartige konzentrierte Aktion notwendig und sinnvoll.“


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