Ute Kühn im Intervision-Studio Hamburger Künstlerin stellt ihre Arbeiten aus


Osnabrück. Der mittlerweile obligatorische Blick auf den Monitor der Digitalkamera bleibt ihr verstellt, weil sie analog arbeitet: Ute Kühn aus Hamburg. Im Intervision Studio an der Lohstraße zeigt sie unter dem Titel „Lumina Transfloral“ Arbeiten aus den vergangenen Jahren, bei denen der Zufall über die Qualität entscheidet.

Manche erinnern sich vielleicht noch: Man öffnete die Kamera, legte einen Film ein, schloss das Gehäuse. Dann konnte man 36 Aufnahmen machen, bevor man den Film zum Entwickeln und Vergrößern brachte. Vergangenes Prozedere, das von Ute Kühn bewusst in die Jetztzeit katapultiert wird: Mit ihrer analogen Kamera belichtet sie einen Diafilm mehrfach. Dadurch überlagern sich unterschiedliche Motive, vermischen sich, zerstören sich zum Teil. „Es passiert oft, dass nichts zusammenpasst und ich pro Film nur eine Aufnahme habe, die tatsächlich gelungen ist“, sagt die Künstlerin, die erst nach einer Möbeltischlerlehre ihr Faible für Bildhauerei, Gestaltung und Malerei entdeckte.

Es hat etwas Meditatives, wenn man die floralen Motive sieht, die Kühn mit einem Makroobjektiv ablichtet. Schärfen und Unschärfen vermischen sich zu einer Art Aquarellmalerei mit Mitteln der Fotografie. Aber sie fotografiert nicht nur Pflanzen, die poetischen Überlagerungen funktionieren auch, wenn sie im Hamburger Hafen oder an der Alster Schiffe und winterliche Motive mixt. Nichts ist kalkuliert, nichts ist inszeniert oder gar am Computer bearbeitet.

Intervision-Studio, Lohstraße 58: „Lumina Transfloral“. Fotografie von Ute Kühn. Bis 27. September, Mi. bis Fr. 16– 18 Uhr, Sa. 12–14 Uhr, So. 14– 16 Uhr und nach Vereinbarung unter 0173/7496344.


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