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Unfallschwerpunkte im Visier Blitzmarathon: Polizei bisher zufrieden


poel/yjs Osnabrück Mit dem Verlauf des Blitzmarathons zeigt sich die Polizei zufrieden. „Es hat bisher keine gravierenden Verstöße gegen das Tempolimit gegeben“, sagte der Polizeisprecher der Polizeidirektion Osnabrück, Marco Ellermann um 18.30 Uhr.

Von Markus Pöhlking, Jörg Sanders und Sven Kienscherf

Die wenigen Verstöße bewegten sich lediglich im Bereich eines Verwarngeldes, ergänzte Ellermann. Das sei die Tendenz bis 18 Uhr. Bisher habe er noch von keinem Verstoß gehört, der ein Fahrverbot nach sich zieht. Die geringe Anzahl der Verstöße sei erfreulich, sagte Ellermann. Offenbar hätten die meisten Verkehrsteilnehmer im Vorfeld von dem Blitzmarathon erfahren. „Wir hoffen natürlich, dass die Leute nicht nur heute, sondern auch generell umsichtig fahren.“

Blick nach Belm

Auf der Lindenstraße zwischen Belm und Schledehausen am Vormittag wurden nur sieben Fahrzeuge wegen erhöhter Geschwindigkeit angehalten – ein vergleichsweise niedriger Wert. Kurvenreich und zu beiden Seiten von Bäumen gesäumt, schlängelt sich die Lindenstraße von Belm nach Schledehausen. Offiziell herrscht hier Tempo 70, faktisch wird die Geschwindigkeitsbegrenzung häufig ignoriert: Die idyllisch gelegene Strecke zählt zu den Unfallschwerpunkten im Osnabrücker Land. Als Standort für den Blitzmarathon ist sie damit prädestiniert: „Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen“, erklärt Polizeipräsident Friedo de Vries.

Blitzmarathon gestartet: Hier stehen die Blitzer

Der Blitzermarathon sei in diesem Zusammenhang vor allem als Präventionsmaßnahme zu verstehen: „Wir wollen die Leute aufmerksam machen auf die Gefahren des zu schnellen Fahrens, mit denen sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer gefährden.“ Die Notwendigkeit der Aktion belegten allein die Zahlen: „Für 2014 müssen wir bislang einen deutlichen Anstieg schwerer Verkehrsunfälle im Direktionsgebiet verzeichnen“, so de Fries. In den ersten neun Monaten dieses Jahres seien 67 Verkehrstote verzeichnet worden – deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, als die Zahl bei 49 lag.

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Die mediale Präsenz des Themas Blitzmarathons sei indes auf den Straßen deutlich spürbar, berichtet Achim Riepe. Der Polizeikommissar ist mit einem Team der der Verkehrsüberwachung morgens zunächst an einer Schule in Wallenhorst gewesen, ehe der Standortwechsel nach Belm erfolgte: „Die Leute wissen Bescheid und fahren deutlich achtsamer und langsamer als sonst.“ Nur sieben Geschwindigkeitsübertritte habe man im Laufe des Vormittages in Belm verzeichnet. „An anderen Tagen sind es im gleichen Zeitraum locker über zwanzig“, so Riepe.

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Polizeigewerkschafter hatten zuletzt Kritik am Blitzmarathon geäußert: Zu personalintensiv sei die Aktion, zugleich sei die Nachhaltigkeit der Aktion fraglich. Ein Standpunkt, für den Polizeipräsident de Fries grundsätzliches Verständnis zeigte, zugleich aber anmerkte: „Geschwindigkeitsmessung ist eine Kernaufgabe der Polizei und findet kontinuierlich statt.“ Beim Blitzmarathon stünde statt Sanktion die Sensibilisierung im Fokus. Verstöße würden zwar geahndet, Sinn sei es aber zugleich, einen Gesprächsrahmen zu schaffen und mit den Verkehrsteilnehmern in einen Dialog zu treten, was die „konzentrierte Aktion“ rechtfertige. Insgesamt sind in der Polizeidirektion Osnabrück rund 100 Beamten für den Blitzmarathon im Einsatz.