Viele Ideen im Gepäck Unternehmer aus Derby und Mittelengland in Osnabrück

Von Regine Hoffmeister

Strammes Programm: Die Gäste aus England machten auch einen Abstecher in den Friedenssaal, um sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Foto: Elvira PartonStrammes Programm: Die Gäste aus England machten auch einen Abstecher in den Friedenssaal, um sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Am Morgen eine Geschäftskontaktbörse bei der IHK, am Nachmittag ein Besuch im Innovations-Centrum und abends ein feierlicher Empfang im Friedenssaal. Für die zwölf Unternehmer aus den britischen Midlands galt ein straffer Zeitplan während ihres Aufenthaltes in Osnabrück, wollten sie doch so viele lokale Geschäftsleute treffen wie nur irgend möglich. Am Vortag hatten sie bereits Düsseldorf besucht, als Nächstes sollte es nach Magdeburg gehen.

Sue Nattrass vom Enterprise Europe Network Midlands in Nottingham hatte die Reise organisiert, an der diesmal fast doppelt so viele Unternehmer teilnahmen wie beim letzten Mal 2012. Aufgabe des Netzwerks, das im Auftrag der Europäischen Kommission arbeitet, ist es, kleine und mittelständische Unternehmen und Entrepreneure darin zu unterstützen, Handelsbeziehung in anderen europäischen Ländern aufzubauen, in Form von wirtschaftlichen oder technologischen Partnerschaften oder durch den Austausch von Praxiserfahrung und Fachwissen. „Wir helfen den Unternehmern dabei, an die richtigen Kontakte zu kommen, und beraten sie zu EU-spezifischen Handelsfragen“, erklärte Nattrass.

Diesmal wollten britische Unternehmer aus ganz unterschiedlichen Branchen mit auf Deutschlandreise gehen: Vertreter von Anwaltskanzleien, Elektrotechnik-, Pharma- und Biotechnologieunternehmen und Marketingagenturen aus den westlichen und östlichen Midlands waren dabei.

Gewissermaßen ein Exot in der Runde war Jonathan Kay, junger, smarter Start-up-Unternehmer aus Edinburgh, Schottland. Er hat das „Big Cheese Making Kit“ erfunden: einen Bausatz, mit dem jeder zu Hause seinen eigenen Käse herstellen kann. „Die Box enthält Fertigmischungen für Schafskäse, Halloumi, Mozzarella, Ricotta und schottischen Crowdie-Käse“, berichtet Kay voller Begeisterung für sein Produkt. „Alles, was man dazu braucht, ist Milch, einen Topf und eine Stunde Zeit.“

In Großbritannien wird das Kit bereits von 250 unabhängigen Einzelhändlern sowie in den großen Kaufhäusern von Harrods und Selfrigdes verkauft. In Deutschland gibt es das Set ab sofort exklusiv bei L’Artiste in Osnabrück, das hat Kay auf seiner Reise in die Friedensstadt so vereinbart. Außerdem gebe es derzeit Gespräche mit dem Versandhändler Manufaktum, aber die seien noch nicht spruchreif.

Ian Greenaway, Geschäftsführer der Label-Firma MTM Products Ltd, hat als Präsident der Handelskammer von Derbyshire und Nottinghamshire (DNCC) die Delegationsreise ins Leben gerufen. Osnabrück als Partnerstadt von Derby stand dabei von Anfang an auf seiner Liste der deutschen Städte, zu denen sie die Handelsbeziehungen intensivieren wollten.

Regelmäßige Treffen

„Auf kultureller Ebene und im schulischen Bereich gibt es bereits vielfältige Austauschprogramme und Kontakte. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Derby und Osnabrück sind dagegen noch ausbaufähig“, sagte Jens Koopmann vom Städtepartnerschaftsbüro am Rande des Empfangs. „Wir wollen solche Treffen zusammen mit der IHK und dem DNCC gern regelmäßig organisieren, damit wir die Beziehungen noch weiter intensivieren können.“


Am 17. Februar 1976 wurde der Partnerschaftsvertrag mit Derby unterzeichnet. Wiederum bildete der historische Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses den passenden Rahmen für den völkerverständigenden Akt. Sogleich wurde auch Derby in den gegenseitigen Austausch von Städtebotschafterinnen und -botschaftern einbezogen, der bereits seit 1965 mit Haarlem und Angers bestand. Derby liegt nordöstlich von Birmingham am Ufer des River Derwent. Seit 1977 darf sich Derby mit 230000 Einwohnern Großstadt nennen, doch die Stadt hat sich ihren beschaulichen Charakter bewahrt. (Quelle: Stadt Osnabrück)