Gründer der Band „The Byrds“ Roger McGuinn auf Tour: Heute Konzert im Rosenhof

Von Tom Bullmann


Osnabrück. Ein Mann, der Musikgeschichte schrieb: Roger McGuinn. 1964 gründete er zusammen mit David Crosby, Gene Clark, Chris Hillmann und Michael Clarke The Byrds. Die Musiker, die von Elvis Presley und den Beatles geprägt waren, spielten Songs wie „Mr. Tambourine Man“, im Original von Bob Dylan, oder „Turn! Turn! Turn!“, Lieder, die rund um die Welt gingen und zu Hymnen der Hippiezeit wurden. Heute ist Roger McGuinn solo unterwegs und macht im Rahmen seiner Europatour im Rosenhof halt. Wir sprachen mit der amerikanischen Legende über seine Musik und seine Vorliebe für Kreuzfahrten.

Mr. McGuinn, sie haben mit vielen berühmten Leuten zusammengearbeitet: Bob Dylan , Simon & Garfunkel, David Crosby. Treffen sie sich mit ihnen, telefonieren sie, twittern sie?

Durchaus. Gerade habe ich noch mit David Crosby telefoniert und Mails ausgetauscht. Er hatte von James Taylor gehört, dass der mit seiner Band per Kreuzfahrtschiff von New York ins britische Southampton gereist ist. Meine Frau Camilla und ich haben das ja auch schon gemacht. Er wollte wissen, ob wir gute Erfahrungen mit der Schiffspassage gemacht haben.

Haben sie ihm abgeraten?

Nein, im Gegenteil, denn wir haben das sehr genossen. Es ist eine angenehme Art zu reisen. Außerdem habe ich auf dem Schiff zwei Veranstaltungen für die Mitreisenden gemacht, multimediale Vorträge über mein Leben und meine Musik – mit Live-Beispielen.

Sind sie von einer Agentur dafür gebucht worden?

Eigentlich haben wir uns beworben. Als wir vor einigen Jahren im Kennedy Space Center in Florida waren, kam Camilla mit der Frau von Professor Jeffrey Hoffman, einem NASA-Astronauten, ins Gespräch. Sie erzählte von einer Kreuzfahrt, bei der ihr Mann auch solche „Lectures“ abgehalten hat. Wir ließen uns die Adresse von der Agentur geben, die das organisiert, seither fahren wir mit dem Schiff und fliegen nur noch, wenn es unbedingt nötig ist.

Haben sie Flugangst?

ich will ihnen den wahren Grund nennen, warum wir lieber das Schiff nehmen. Mir ist einmal eine 5000 Dollar teure Gitarre in einem Flugzeug zerstört worden. Die Fluglinie hat sich nicht wirklich verantwortlich gezeigt und mir lediglich 250 Dollar als Entschädigung gezahlt. Das möchte ich nicht noch einmal erleben.

Gerade waren sie in England. Haben sie ihre aktuelle Tour dort gestartet?

Nein, bisher habe ich dort nur Promotion gemacht. Die BBC wollte mich interviewen. Schließlich waren wir im ganzen Land unterwegs und ich habe eine ganze Menge Interviews gegeben. Die Konzerte kommen später.

Was dürfen denn die Zuschauer erwarten, die jetzt in ihre Live-Konzerte gehen?

Ich spiele Gitarre und singe Lieder. Da sind viele Byrds-Songs im Repertoire, aber auch neuere Lieder, die ich geschrieben habe, und diverse Titel von meinem „Folk Den“-Projekt.

Was muss man sich darunter vorstellen?

Folk Den ist eine Website, auf der ich jeden Monat einen Song spiele und zum Download zur Verfügung stelle. Es handelt sich überwiegend um alte Folksongs, die ich im Internet oder in Bibliotheken finde. Die hole ich so in die Öffentlichkeit, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

„Den“, was ist das für ein Begriff?

Oh, das stammt eigentlich aus dem Tierleben und bedeutet so viel wie Lebensraum oder Habitat. Bei Menschen gebraucht man das eher für Wohnräume, Bibliotheken oder Ähnliches. Ich habe den Begriff gewählt, weil es im Troubadour Folk Club in West Hollywood einen solchen Folk Den gab. Das war übrigens der Club, in dem wir die Byrds gegründet haben.


Roger McGuinn solo: Heute, 16. September im Rosenhof in Osnabrück. Beginn: 20 Uhr.