SPD und Grüne Kritik an L+T: „Verhinderungsstrategie“ gegen Einkaufszentrum

Das Osnabrücker Einkausfscenter soll 2017 fertig werden. Die Gegner sind sich da nicht so sicher. Foto: Michael GründelDas Osnabrücker Einkausfscenter soll 2017 fertig werden. Die Gegner sind sich da nicht so sicher. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. SPD und Grüne kritisieren in scharfer Form die „Verhinderungsstrategie, insbesondere des Bekleidungshauses L+T“, gegen das geplante Einkaufszentrum am Neumarkt.

„Nachdem der Kauf dreier Grundstücke an der Johannisstraße nicht ausgereicht hat, die Center-Pläne zu durchkreuzen, wird nun versucht, diese Grundstücke als juristisches Faustpfand gegen den breiten Willen der Bürgerschaft einzusetzen“, so die Fraktionsvorsitzenden Michael Hagedorn (GRÜNE) und Frank Henning (SPD) in einer gemeinsamen Erklärung.

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Dass es den Eigentümern von L+T dabei nicht um das Wohl der Stadt, sondern ausschließlich um den Schutz vor unliebsamer Konkurrenz mit allen Mittel gehe, werde daran deutlich, dass die Geschäftsführung vor wenigen Wochen den Bau eines Kaufhauses am Standort des ehemaligen Wilhelmstiftes angekündigt habe. Die 5000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche sollen überwiegend für Textilangebote geschaffen werden. Damit erweitere L+T sein Angebot um ungefähr die Größenordnung, die im neuen Einkaufszentrum als Obergrenze für Textilien insgesamt zur Verfügung stehen werde. „Am Neumarkt wird die Fläche als existenzgefährdend für den Einzelhandel beklagt und um jeden Preis zu verhindern versucht. Wenn L+T das gleiche tut, ist das scheinbar zum Segen für die Stadt.“

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Weiter heißt in der Stellungnahme der rot-grünen Zählgemeinschaft: „Wir schätzen das unternehmerische Engagement von Herrn Rauschen und den anderen L+T-Eigentümern. Es wird jedoch zu einem Problem für die Stadt, wenn zur Durchsetzung von Eigeninteressen das städtische Gesamtwohl infrage gestellt wird.“

Eine L+T-Grundstücksgesellschaft besitzt drei Immobilien an der Johannisstraße. Das Modehaus und zwei weitere betroffene Hausbesitzer haben beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg Normenkontrollverfahren beantragt. Dabei prüft das Gericht, ob der vom Rat verabschiedete Bebauungsplan für das Einkaufszentrum rechtlich einwandfrei zustande gekommen ist. Mit der Entscheidung im Eilverfahren wird in einigen Wochen gerechnet.