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Behördenaktion abgebrochen Abschiebung in Osnabrück: Somalier leistet heftige Gegenwehr

Von Rainer Lahmann-Lammert

Ein junger Somalier, der nach Rom abgeschoben werden soll, hat am Montagmorgen offenbar erheblichen Widerstand geleistet. Deshalb verzichtete die Landesaufnahmebehörde Oldenburg zunächst auf die Rückführung. Symbolfoto: dpaEin junger Somalier, der nach Rom abgeschoben werden soll, hat am Montagmorgen offenbar erheblichen Widerstand geleistet. Deshalb verzichtete die Landesaufnahmebehörde Oldenburg zunächst auf die Rückführung. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Ein junger Somalier, der nach Rom abgeschoben werden soll, hat am Montagmorgen offenbar erheblichen Widerstand geleistet. Deshalb verzichtete die Landesaufnahmebehörde Oldenburg zunächst auf die Rückführung.

Beim Osnabrücker Bündnis gegen Abschiebung hieß es am Montag, die Behördenaktion am Heiligenweg sei nicht angekündigt gewesen. Somit hätten Abschiebungsgegner auch keine Gelegenheit gehabt, das Haus zu belagern. In 13 Fällen waren Abschiebungen aus Osnabrück in den vergangenen Monaten nicht zustande gekommen, weil die Behörden angesichts der Protestaktionen auf einen Vollzug verzichtet hatten. Ein Sprecher der Landesaufnahmebehörde in Oldenburg erklärte jedoch auf Anfrage, seines Wissens sei dem Somalier eine schriftliche Ankündigung zugestellt worden. Der Betroffene bestreitet das. Wie ein Mitglied des Bündnisses am Dienstag erklärte, lag dem 23-Jährigen keine Abschiebeankündigung vor.

Der 23-jährige Mann hatte seinen ersten Asylantrag in Italien gestellt. Weil Italien als „sicheres Drittland“ gilt, wollen ihm die deutschen Behörden kein Asyl gewähren. Abschiebungsgegner verweisen zwar auf unzureichende Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge in Italien, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sieht darin aber keinen Grund, auf eine Überstellung zu verzichten.

Die Landesaufenthaltsbehörde hatte die Osnabrücker Polizei um Amtshilfe gebeten. Nach Auskunft von Polizeisprecher Georg Linke leistete der junge Mann nicht nur massive Gegenwehr, er habe auch versucht, sich selbst zu verletzen. Außerdem habe er einen Gipsverband an einem Handgelenk getragen – die Folge eines Armbruchs. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, sei die Aktion abgebrochen worden.

„Die Maßnahme wurde abgebrochen, weil er erheblichen Widerstand leistete“, erklärte der Sprecher der Landesaufnahmebehörde. Unter diesen Umständen könne er nicht ohne Begleitung in ein Flugzeug gesetzt werden.


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