Spektakuläre Aussichten Auf acht Kilometern um den Osnabrücker Piesberg

Von Holger Jansing


Osnabrück. Am nordwestlichen Stadtrand von Osnabrück wartet die wohl schönste und abwechslungsreichste Rundwanderung in der Region. Die etwa acht Kilometer lange Tour um den Piesberg bietet eine einzigartige Mischung aus Naturerlebnissen, viel Industriekultur und spektakulären Aussichten. In unserer Sommerserie „Wanderlust“ darf dieser Weg nicht fehlen.

Bis in die Achtzigerjahre war es unvorstellbar, den Piesberg einmal so erkunden zu können, wie es heute möglich ist. Das weitgehend unwegsame Gelände war scheinbar komplett von der Steinindustrie in Beschlag genommen. Im Osten schreckte die offene Mülldeponie Spaziergänger ab.

Inzwischen gehören Staub und Gestank der Vergangenheit an. Vor allem der Weitsicht einiger Kommunalpolitiker und Kulturschaffenden ist es zu verdanken, dass sich der Piesberg behutsam entwickelt hat. Der Rundweg ist ein wesentlicher Bestandteil der touristischen Profilierung. Einige Abschnitte entstanden in den Neunzigerjahren. Seit 2004 wird die Tour stetig optimiert und erweitert. Besonders reizvoll ist der naturnah gestaltete Waldpfad von 2009, der vom Museum Industriekultur zur Ruine des Stüveschachts führt.

Ein guter Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Parkplatz am Grubenweg in Lechtingen. Nach einem kleinen Anstieg können sich Wanderer entscheiden. Wer rechts abbiegt, muss später am Südstieg rund 300 Stufen hinaufsteigen. Geradeaus ist nach wenigen Minuten die erste von drei Aussichtsplattformen erreicht, die einen grandiosen Einblick in den Steinbruch ermöglicht.

Nach einem weiteren Kilometer ist die Felsrippe in jeder Hinsicht der Höhepunkt. Am knallroten Stumpf eines ausgedienten Windgenerators hängt eine vier mal sieben Meter große Plattform. Gipfelstürmer stehen oben fast 200 Meter über dem Meeresspiegel und haben an klaren Tagen eine tolle Fernsicht. Familiengerecht wird auf Infotafeln erklärt, was in der Umgebung zu sehen ist.

Der vor zweieinhalb Jahren errichtete Aussichtsturm erfreut sich großer Beliebtheit. Das kann Karl-Heinz Uthmann vom Projektbüro Piesberg mit Zahlen belegen, da es am Aufgang zur Plattform eine Zählvorrichtung gibt. Allein vorigen Sonntag beim Bergfest stiegen 1724 Besucher nach oben. Insgesamt waren es in diesem Jahr schon fast 27000 Ausflügler, die zu Fuß oder mit dem Bus zum höchsten Punkt der Stadt gekommen waren – durchschnittlich 106 pro Tag.

Zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten liegen am Rundwanderweg. Dazu zählt der 150 Jahre alte Mammutbaum im Arboretum des früheren Bergwerksdirektors Johann Rudolf Pagenstecher. Sein Stammumfang: stolze 6,70 Meter.


Das Projektbüro Piesberg hat im Internet umfangreiches Material zum Kultur- und Landschaftspark Piesberg bereitgestellt. Adresse: www.osnabrueck.de/piesberg/index.asp . Der Menüpunkt Naherholung und Sport bietet auch ausführliche Beschreibungen zum Rundwanderweg samt interaktiver Karte.