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14.09.2014, 18:29 Uhr FLÜCHTLINGSUNTERKUNFT IN OSNABRÜCK

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Kommentar von Wilfried Hinrichs

Osnabrück. Osnabrück ist nicht die einzige Kommune, die Probleme hat, alle Flüchtlinge angemessen unterzubringen.

Duisburg und Hamburg bauen Zeltstädte, der Landkreis Harburg erwägt, aus Turnhallen Herbergen zu machen. Osnabrück ist bislang trotz des angespannten Wohnungsmarktes in der Lage, die Hilfe suchenden Menschen dezentral unterzubringen. Doch jetzt erreicht auch die Friedensstadt die nächste Eskalationsstufe: Mieter müssen ihre Wohnungen räumen, um für Flüchtlinge Platz zu machen.

Dass den Betroffenen im Kündigungsschreiben nur drei Wochen Zeit zum Packen eingeräumt wurde, hat sich gottlob nur als böser Patzer erwiesen. Diese Sache ist vom Tisch. Was bleibt, ist das ungute Gefühl, dass unser Gemeinwesen nicht die richtigen Antworten auf die Herausforderungen hat, die die Kriege im Nahen Osten oder die Not in Afrika stellen. Sind wir fähig zusammenzurücken, wie die Generation nach dem Krieg, die sich gewiss noch gut an Einquartierungen erinnern kann?

Was die Stadt in der Landwehrkaserne umsetzt, ist das letzte Mittel. Sie tut es nicht freiwillig, sondern unter dem Druck der Ereignisse und in dem Wissen, dass dieser Vorgang nicht gerade die Akzeptanz fördert, den heimatlosen Flüchtlingen dieser Welt bei uns Schutz zu bieten,


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