Park Lane Jazz Club im Blue Note Posaunist Gerhard „Doggy“ Hund gewürdigt

Von Markus Pöhlking

Posaunist Gerhard „Doggy“ Hund. Foto: Thomas OsterfeldPosaunist Gerhard „Doggy“ Hund. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Die „Maryland Jazzband of Cologne“ hat eine lange Tradition: 1959 als Schülerband gegründet, ist die Formation seit Jahrzehnten unermüdlich nicht nur diesseits des Atlantiks unterwegs: Besonders nach New Orleans pflegt die Band enge Kontakte, erhielt 1994 im Kollektiv die Ehrenbürgerschaft der Stadt. Am Samstag gastierte die rheinische Formation im Blue Note. Vor dem fulminanten Streifzug durch den New-Orleans-Jazz stand zunächst noch eine Ehrung: Der Park Lane Jazz Club würdigte Band-Leader Gerhard „Doggy“ Hund mit dem Ehrenpreis „Keeper of the Flame“.

Den „Keeper of the Flame“ erhält – wie der Name schon sagt – wer die Flamme am Leben erhält. In diesem Fall die Flamme des traditionellen Jazz. Klaus Pott vom Park Lane Jazz Club würdigte Hund in einer kurzen Laudatio als prägende Persönlichkeit auf dem Parkett des europäischen Jazz. Der mittlerweile 71-jährige Posaunist gab sich indes bescheiden: Jazz sei einfach ein Hobby, „und das macht man dann eben.“

Dem verbalen Vorgeplänkel folgte dann das, was Hund und seine Gruppe eigentlich auszeichnet: Mehr als zwei Stunden zelebriert sich das Septett durch verschiedene Facetten seines Repertoires. Das deckt Standards wie „Back Home in Indiana“ genauso ab wie Ausflüge in südamerikanische Gefilde, dabei stets im Mittelpunkt: die volle Breitseite Mississippi. Neben Hunds Posaune setzen Klarinette, Piano und Trompete sowie Banjo, Kontrabass die musikalischen Akzente. Gestützt auf ein mitunter furioses Schlagzeug, werden die durch ein paar jüngere Gesichter angereicherten older Jazzmen ihrem Ruf absolut gerecht. In den Soli wird eine Spielfreude lebendig, die das Wort Routine verbietet, und von der Bühne greifen immer neue, einander kontrastierende Stimmungsbilder ins Auditorium aus: Das von Jimmy McHugh 1926 komponierte „I can’t believe, that you’re in love with me“ kommt beschwingt und wie frisch verliebt daher.

Mit dem anschließenden „Am I blue?“ liefert die Band die musikalische Ausstattung für den kleinen Kummer zwischendurch und in „Some of these days“ tröpfeln zwischendurch ein paar Banjo-Klänge wie verschüchterter Regen durchs Arrangement, ehe die Leichtigkeit wieder die Oberhand gewinnt. Die wächst sich endgültig zur Lebensfreude aus, sobald New Orleans in südliche Richtung verlassen wird: Das lateinamerikanisch gefärbte „Mama Ines“ kommt furios und mitreißend daher, ein paar Leute fangen an zu Tanzen. Am Ende also ein gelungener Abend. Für Hund, für die Band und für das Publikum sowieso.