„Down on the Street“ Shakatak im Rosenhof in Osnabrück

Von Matthias Liedtke


Osnabrück. Erst ganz am Ende verwandelten Shakatak den Rosenhof dann doch noch in eine Tanzfläche für die rund siebzig Zuschauer, die am Samstagabend gekommen waren, um dem seit 35 Jahren aktiven britischen Quartett ihre Reverenz zu erweisen.

Kein Wunder: Denn der Mega-Disco-Hit „Down On The Street“ aus der Mitte der Achtzigerjahre, auf den alle gewartet hatten, blieb natürlich der Zugabe vorbehalten. Und wuchs sich mit Einlagen von „Sex Machine“ über „Street Life“ und „Ladies Night“ bis hin zu Frankies „Relax“ sogar noch zu einem regelrechten Jukebox-Tanz-Medley aus.

Zuvor hatte die um einen Gitarristen und eine Background-Sängerin verstärkte Urbesetzung in bewährter Manier zweimal 45 Minuten lang ihren beschwingt leichtfüßigen Sound-Mix präsentiert. Live stand dabei allerdings weniger der klimpernde Tastenteppich von Pianist und Keyboarder Bill Sharpe im Vordergrund. Sondern das geniale Bassspiel von George Anderson, das für die wohltuend dreckigen Funk-Elemente im mitunter doch recht seichten Pop-Jazz-Gemisch sorgte. Nach der Pause stand er sogar zunächst ganz allein auf der Bühne, um sich dann gemeinsam mit Schlagzeuger Roger Odell auszutoben, bis sich schließlich der Rest dazu gesellte.

Aber auch die unverwüstliche Leadsängerin Jill Saward schlug gelegentlich mit viel Spielfreude, Energie und Leidenschaft mal mit der bloßen Hand, mal mit Sticks auf die um sie herumstehenden Trommeln und Schellen ein.

Ansonsten dominierte, ausgehend vom programmatischen Opener „Invitations“ bis hin zum unglaublich melodiösen „The Real Thing“, eine entspannte, musikalisch im mittleren Tempo und „Easy Listening“-Modus vor sich hinplätschernde Grundstimmung, die perfekt zu einem lauen Sommerabend mit Cocktails und ebenso inhaltsleeren wie belanglosen Gesprächen an Deck eines Kreuzfahrtschiffes gepasst hätte.

Und in die sich auch Stücke aus dem aktuellen Album „On The Corner“ – immerhin Nummer eins der „Jazz Fusion“-Charts – wie der luftig-leichte Titelsong, die buchstäblich stimmige Ballade „Million Voices“ oder das groovige „The Greatest Gift“ nahtlos einzufügen vermochten.