Ohne Schweiß kein Preis Osnabrück: Wohltätigkeitslauf für Kinderbewegungsstadt

Von Thomas Wübker

Aus Spaß am Laufen nahmen kleine und große Teilnehmer beim Wohltätigkeitslauf zugunsten der Kinder-Bewegungsstadt am Sonntag am Start. Bei den Kinder kam der achtjährige Ole Petersen (rechts) als Erster am Klinikum am Finkenhügel ins Ziel. Foto: Jörn MartensAus Spaß am Laufen nahmen kleine und große Teilnehmer beim Wohltätigkeitslauf zugunsten der Kinder-Bewegungsstadt am Sonntag am Start. Bei den Kinder kam der achtjährige Ole Petersen (rechts) als Erster am Klinikum am Finkenhügel ins Ziel. Foto: Jörn Martens

tw Osnabrück. Am Samstag hat Addy Menga noch Vollgas gegeben. Gegen Holstein Kiel schoss der VfL-Stürmer ein Tor und bereitete eins vor. Einen Tag später war er beim Wohltätigkeitslauf für die Kinder-Bewegungsstadt (Kibs) am Start. Dort ging er es lockerer an. Nicht Trainer Maik Walpurgis gab die Marschroute vor, sondern Mengas vierjähriger Sohn Marlon: „Wir laufen so lange ich kann“, sagte der Knirps.

Rund 200 Läufer waren am Sonntag am Klinikum unterwegs. Ihr Startgeld ging komplett an die Kinder-Bewegungsstadt. Das Projekt ist eine Kooperation der Bürgerstiftung, der Universität und des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe). Es soll Kinder spielerisch an Bewegung führen.

Der achtjährige Ole Petersen mag Bewegung am liebsten, wenn er hinter einem Ball herlaufen kann. Mit seinem Freund mache er aber auch ab und zu Wettläufe, erzählte er. Das Training hat sich für ihn gelohnt. Er wurde Erster bei den Kindern, die beim Wohltätigkeitslauf mitgemacht haben. Die 1,6 Kilometer lange Strecke absolvierte er unter neun Minuten.

Etwas mehr als 24 Minuten benötigte Willi Winter für die 6,2 Kilometer lange Route für die Erwachsenen. Der 33-Jährige nahm zum ersten Mal an dem Lauf teil, der am Sonntag zum vierten Mal stattfand. Winter läuft an drei Tagen in Woche, immer etwa eineinhalb Stunden lang. Vor 13 Jahren habe er der wegen der Bewegung angefangen, sagte er. Seinen ersten Platz nahm er nicht so wichtig: „Ich habe wegen der guten Sache teilgenommen.“

Die tägliche Strecke, die sich ein Bundesbürger pro Tag bewegt, liege bei etwa 800 Metern, sagte Dr. Martin Engelhardt. Etwas mehr darf es schon sein. „Prinzipiell muss Bewegung stattfinden, egal, ob Laufen oder Gehen“, so Engelhardt. Er sagte dies speziell mit Blick auf die acht Läufer, die am dem Programm „Optifast 52“ des Klinikums teilhaben. Es hilft stark übergewichtigen Menschen, überschüssige Kilos zu verlieren. Seit Anfang Februar haben diese acht Personen insgesamt über 291 Kilo abgespeckt. Der Schlüssel zu diesem Erfolg sei zum einen die Bewegung und zum anderen die Umstellung der Lebensgewohnheiten und der Ernährung, sagte Engelhardt. In Deutschland sollen fast ein Viertel aller Erwachsenen übergewichtig sein.

Am Ende ihrer Läufe waren alle Teilnehmer durchgeschwitzt, gleichgültig, ob groß oder klein. Aber ohne Schweiß gibt es bekanntlich keinen Preis. Für Marlon Menga hat sich der Start gelohnt. Er bekam neben einer Urkunde noch eine Sprite. Das süße Zuckerwasser darf er sonst nicht trinken.