Von Lüstringen nach Westerkappeln Osnabrück: Unterlagen für Höchstspannungsleitung liegen aus

Von Jean-Charles Fays

Die Hochspannungsleitungen über Voxtrup sollen auf 380-Kilovolt-Höchstspannungs-Freileitungen ausgebaut werden. Foto: Elvira PartonDie Hochspannungsleitungen über Voxtrup sollen auf 380-Kilovolt-Höchstspannungs-Freileitungen ausgebaut werden. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Bei den beiden geplanten Trassen zu 380-Kilovolt-Freileitungen in der Region stehen höchst spannende Wochen bevor. Beim Projekt von Westerkappeln nach Lüstringen hat ein Planfeststellungsverfahren begonnen. Die Planunterlagen liegen ab Montag (15. September) bis zum 14. Oktober bei der Stadt Osnabrück (einzusehen im Dominikanerkloster, Zimmer 106) und der Gemeinde Hasbergen aus.

Die Planungen für die Trasse 16 zwischen Osnabrück-Lüstringen über Voxtrup, Borgloh und Wellingholzhausen nach Gütersloh sind noch nicht soweit gediehen, da nun erst das Raumordnungsverfahren beginnt und der Trassenverlauf theoretisch noch geändert werden könnte. Vorausgesetzt es gibt gute Argumente für eine alternative Streckenführung.

Das Projekt mit der Nummer 18 von Lüstringen nach Westerkappeln soll auf 380 Kilovolt ausgebaut werden. Auf dem rund 13,7 Kilometer langen Abschnitt sollen lediglich sechs Masten neu und der Rest lediglich umgebaut werden.

Die Stadt Osnabrück hatte eine Prüfung alternativer Streckenverläufe und eine zumindest teilweise Erdverkabelung gefordert. Dazu sagt ein Sprecher des Netzbetreibers Amprion: „Beim Projekt 18 steht die Trassenführung.“ Jeder, der von dieser Maßnahme unmittelbar betroffen ist, kann bis 28. Oktober Einwendungen gegen diese Planung erheben. Danach wird Amprion dazu Stellung beziehen und es wird einen Erörterungstermin mit denjenigen geben, die Einsprüche erhoben haben. Eventuell wird dieser laut Amprion auch öffentlich stattfinden. Der Netzbetreiber rechnet damit, dass die Leitungen bis Ende 2015 erneuert werden.

Ein Sprecher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr verweist darauf, dass ein Raumordnungsverfahren zum Umbau der Freileitung von Westerkappeln nach Lüstringen nicht vorgesehen war und ist. Grund dafür sei, dass die wesentlichen Komponenten der 380-kV-Freileitung, die Masten, bereits genehmigt und errichtet sind. Das Planfeststellungsverfahren endet mit dem Planfeststellungsbeschluss, der mit einer Baugenehmigung gleichzusetzen ist. Betroffene, die im Verfahren Einwendungen erhoben haben, steht als letzte Option die Möglichkeit zur Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht offen.

Auch das Raumordnungsverfahren für das Projekt 16 zwischen Osnabrück-Lüstringen und Gütersloh ist bereits offiziell eröffnet und im Internet unter www.380kv-osna.niedersachsen.de einzusehen. Die Auslegung im Dominikanerkloster beginnt nach Angaben des Fachbereichsleiter Städtebau Franz Schürings voraussichtlich am 22. September. Schürings rechnet damit, dass die meisten Einwendungen sich auf den geringen Abstand der Höchstspannungsmasten zu den Wohngebäuden in Osnabrück beziehen werden. „Das ist uns zwar hinreichend bekannt, aber es schadet nicht, auf diesen Mangel hinzuweisen.“ Man könne die fehlende Akzeptanz dann auch mit der Zahl der Einwendungen begründen. Das könne einen gewissen Druck ausüben, um über alternative Trassen nachzudenken. Nach Angaben der Stadt Osnabrück sind 8600 Menschen betroffen, die weniger als 400 Meter von der Hochspannungsleitung entfernt wohnen . Wegen der fehlenden rechtlichen Grundlagen sieht die Stadt aber keine Chance für eine Erdverkabelung.

Christine Hoefer von der Voxtruper Bürgerinitiative sieht es aber bereits als Erfolg, dass in den Antragsunterlagen erstmals eine Skizze zur Erdverkabelung in Osnabrück angehängt ist. Sie will mit ihrer Initiative am kommenden Samstag (20. September) den ganzen Tag am Edeka-Markt in Voxtrup über die Probleme der Trasse informieren.

Jörg Weber von Amprion begründet die erstmalige Prüfung einer Erdverkabelung damit, dass das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems Amprion beauftragt habe, diese Variante mitzuprüfen. Allerdings betont Weber: „Für eine Erdverkabelung müsste das Energieleitungsausbaugesetz der Bundesregierung geändert werden.“