Big Belly nahm Mund zu voll Abfalleimer mit GPS überzeugte Osnabrück nicht

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Konnte sich am Nikolaiort nicht durchsetzen: Big Belly. Foto: Archiv/Michael HehmannKonnte sich am Nikolaiort nicht durchsetzen: Big Belly. Foto: Archiv/Michael Hehmann

Osnabrück. Von September 2012 bis Januar 2013 schmückte ein ganz besonderer Abfallbehälter den Osnabrücker Nikolaiort. Er sah aus wie eine Mischung aus Weltraum-Roboter und Toaster und hörte auf den Namen Big Belly. Heute fehlt von ihm jede Spur.

Ausgestattet mit interner Müllpresse, GPS-Steuerung, Solarbetrieb und der Fähigkeit die siebenfache Menge an Müll wie ein 120-Liter-Standardabfalleimer zu fassen, war er angetreten, die städtische Abfallentsorgung zu entlasten. Allerdings kam der Quadratkopf mit dem großen Bauch nie über seine Testphase hinaus zur Anwendung.

Neben großen Mengen Müll schluckt Big Belly auch eine große Menge Geld - in der Anschaffung nämlich das Fünffache der herkömmlichen Abfalleimer. „Vor allem in der Innenstadt hätte sich dieser Mülleimer nicht rentiert“, erklärt Katrin Hofmann vom Osnabrücker Service-Betrieb, „unser Personal ist hier sowieso zur Reinigung unterwegs, da werden die Mülleimer auch direkt geleert“. Die Kosten für Anschaffung, Installation und die Entsorgung der herkömmlichen Behälter standen darüber hinaus in keinem Verhältnis zu den tatsächlich erzielten Einsparungen.

Vielleicht konnte sich Osnabrück durch den Verzicht auf Big Belly einen sogenannten Shitstorm wie in Hamburg ersparen. Die Stadt Hamburg erntete mit der Anschaffung von mehreren Big Belly Abfalleimern rege Kritik , da sie Pfandsammlern die Möglichkeit entziehen, in ihnen nach Leergut zu suchen.


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