Tief verletzt über Hitlers Lügen Wie Bischof Berning seine Haltung zum NS-Staat änderte


Osnabrück. War er ein Nazi-Bischof? Vor 100 Jahren, kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs, wurde Wilhelm Berning (1877–1955) zum Osnabrücker Bischof geweiht. Der Historiker Klemens-August Recker hat nun zum Jubiläum ein Buch „Streitfall Berning“ geschrieben. Mit überraschenden, differenzierten Ergebnissen.

Wie verhielt sich Berning zu den Nationalsozialisten? Nahm er als Preußischer Staatsrat eine große Nähe zur Diktatur ein? Was hat er 1936 im Emslandlager Aschendorfermoor gesagt? Wiederholt löste der Bischof heftige Kontroversen aus, 1980 e

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Wilhelm Berning wurde am 26. März 1877 in Lingen geboren. Der Tischlersohn bestand Ostern 1895 am Gymnasium Georgianum Lingen die Reifeprüfung. In Münster und Breslau studierte er Philosophie, Theologie und Geschichte. Die Priesterweihe empfing er am 10. März 1900 in Osnabrück. 1901 wurde er in Münster zum Doktor der Theologie promoviert und war dann Religions- und Oberlehrer in Meppen. Am 29. September 1914 wurde Berning zum Bischof geweiht. Er gründete 1916 den Diözesan-Caritasverband, schuf einen Erziehungsverein für verwahrloste Jugendliche und die Kinderferienerholung. Er rief neue Ordensgemeinschaften ins Leben: die Missionsschwestern Mariens („Netter Schwestern“) und die Liebfrauenschwestern. 1930 wurde das Bistum Osnabrück im Norden um Gebiete erweitert, die heute zu Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und zu Mecklenburg (ohne Vorpommern) gehören. In der Deutschen Bischofskonferenz war Berning mit Schulfragen betraut. 1929 übernahm er das Filmreferat. Zuständig war Berning auch für Rundfunk und Presse sowie für Auswanderer und Auslandsdeutsche. 1933 ernannte ihn Hermann Göring Nach 1945 kümmerte er sich um die Integration der Vertriebenen. 1949 ehrte ihn Papst Pius XII. mit dem Titel Erzbischof. Am 23. November 1955 starb er.

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