Nach tödlichem Unfall Ghostbike an der Bohmter Straße in Osnabrück aufgestellt

Von Sven Kienscherf


Osnabrück. Nahe der Stelle, an der am Mittwoch eine 74-jährige Frau auf der Bohmter Straße verunglückt ist, haben Fahrrad-Aktivisten ein Ghostbike aufgestellt. Es ist das zweite Mahnmal seiner Art in Osnabrück.

Das komplett weiß gestrichene Rad haben Aktivisten und der ADFC dort am Donnerstag aufgestellt. Am Mittwoch war an der Kreuzung Bohmter Straße/Liebigstraße aus noch ungeklärter Ursache eine Autofahrerin mit zwei Fahrradfahrern kollidiert. Dabei starb die 74-Jährige, ihr 72-jähriger Mann wurde schwer verletzt.

Im April war ein Ghostbike an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße aufgestellt worden. An der Stelle war im März ein 20-Jähriger gestorben , als er von einem abbiegenden Lkw übersehen und überrollt wurde.

Fahrrad-Blogger Daniel Doerk erklärte gegenüber unserer Redaktion: „Wie schon beim ersten Ghost Bike soll auch dieses Rad an den tragischen Unfall erinnern und anderen eine Warnung sein. Es soll die verschiedenen Verkehrsteilnehmer wach rütteln und zu mehr Rücksicht mahnen.“

Doerk betonte, dass nicht nur Autofahrer aufmerksamer sein müssten: „Das gilt genauso für Radfahrer. Ohne Licht am Rad geht gar nicht – vor allem mit Blick auf Herbst und Winter. Und auch Musik hören würde ich beim Radfahren in der Stadt nicht. Auch wenn es bis zu einer bestimmten Lautstärke erlaubt ist, es lenkt und schirmt einen vom Verkehr ab.“

Er hofft, dass das Ghostbike „zumindest eine kleine Signalwirkung hat, einige Leute erreicht und die Straßen ein bisschen sicherer macht“. Doerk betont: „Wie beim ersten Ghostbike gilt natürlich auch hier: Möchte die Familie des Opfers das Rad dort nicht, nehmen wir es sofort weg!“