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Messstellen im Landkreis Osnabrück Blitzmarathon gestartet: Hier stehen die Blitzer

Von Jörg Sanders

Symbolfoto: Archiv/PeperhoweSymbolfoto: Archiv/Peperhowe 

Osnabrück. Der zweite, bundesweite, 24-stündige Blitzmarathon hat am Donnerstagmorgen begonnen. An 499 angekündigten Messstellen kontrollieren am 18. und 19. September rund 770 Beamte in Niedersachsen die Einhaltung der Geschwindigkeit.

Start war um 6 Uhr – geblitzt wird bis zum morgigen Freitagmorgen 6 Uhr. Ein erstes Zwischenfazit gibt es noch nicht. Voraussichtlich erst am Nachmittag gebe eine erste Bilanz, sagte Marco Ellermann, Pressesprecher der Polizeidirektion Osnabrück, unserer Redaktion. Unfallschwerpunkte und Schulwege stehen diesmal im Fokus des Blitzmarathons.

Im Landkreis Osnabrück kündigte das Innenministerium 21 Messstellen an:

  • A30 in Richtung Rheine (km 72,5)
  • A33 in Richtung Diepholz (km 63,8)
  • Alfhausen, Schleppenburg (B68)
  • Bad Iburg, Herrenrest (B51)
  • Belm, Osterberg (B51)
  • Belm, Lindenstraße (L87)
  • Belm, Power Weg (K314)
  • Bersenbrück, Quakenbrücker Straße (B68)
  • Bramsche, Balkumer Straße (K107)
  • Bramsche, Unterm Gehn (B218)
  • Hasbergen, Osnabrücker Straße (L89)
  • Fürstenau, Lingender Straße (B214)
  • Fürstenau, Haselünner Straße (B402)
  • Melle, Herforder Straße (L91)
  • Melle, Osnabrücker Straße (L92)
  • Melle, Westerhausen, Westerhausener Straße (K221)
  • Melle, Haller Straße (K227)
  • Ostercappeln, Hunteburger Straße (L79)
  • Osnabrück, Atterstraße
  • Osnabrück, Leyer Straße
  • Osnabrück, Vehrter Landstraße

Im Emsland wird an 17 Stellen geblitzt, in der Grafschaft Bentheim an 11 weiteren. Das Ministerium weist darauf hin, es könnten auch an anderen Stellen Messungen durchgeführt werden. Eine Übersicht über die Kontrollstellen in Nordrhein-Westfalen finden Sie hier!

Das Innenministerium nahm Unfallstatistiken als Grundlage der Auswahl. „Überhöhte Geschwindigkeit ist weiterhin die Todesursache Nummer 1 im Straßenverkehr“, teilte Niedersachsens Innenminister, Boris Pistorius, mit.

„Nach wie vor ist nicht angepasste Geschwindigkeit, insbesondere auf Bundes- und Landesstraßen, eine der Hauptunfallursachen. Rund 80 Prozent der Verkehrsunfallopfer verloren ihr Leben auf Strecken außerhalb geschlossener Ortschaften“, heißt es in einer Mitteilung des Polizeivizepräsidenten Friedo de Vries. Dies zeige die Notwendigkeit von Verkehrssicherheitsarbeit.

Neben der Geschwindigkeitskontrolle sei es der Polizei in diesem Jahr ein Anliegen, mit den Verkehrsteilnehmern ins Gespräch zu kommen, um auf die Gefahren und die schweren Unfallfolgen von zu schnellem Fahren hinzuweisen. De Vries: „Uns ist wichtig, dass die Verkehrsteilnehmer erkennen, dass wir die Kontrollen offen und transparent durchführen. Wir hoffen durch Aktionen wie diese auf eine nachhaltige Verhaltensänderung der Fahrzeugführer.“

Im ersten Halbjahr 2014 kam es im Gebiet der Polizeidirektion Osnabrück zu mehr als 16000 Verkehrsunfällen. Dabei verloren bislang 45 Menschen – 12 mehr als im ersten Halbjahr 2013 – ihr Leben. Auch sind mit 652 Schwerverletzten fast 100 Personen mehr betroffen als im Vorjahreszeitraum. „Diese Zahlen alarmieren“, so de Vries. In diesem Zusammenhang appelliert der Polizeivizepräsident an die Verkehrsteilnehmer zu einem rücksichtsvolleren und defensiveren Fahrstil. „Jeder trägt mit seiner Fahrweise große Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für die übrigen Verkehrsteilnehmer. Wir wollen, dass Sie sicher ankommen.“

Beim vergangenen „24-Stunden-Blitzmarathon“ im April beteiligten sich die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Bei fast 15000 Fahrzeugen wurde die Geschwindigkeit an 51 Messstellen in der Polizeidirektion Osnabrück überprüft – rund 100 Beamte waren im Einsatz. Trotz frühzeitiger und intensiver Vorankündigungen der Aktion und der Kontrollstellen fuhren noch 775 Verkehrsteilnehmer auf den Straßen der Polizeidirektion Osnabrück zu schnell. Beim ersten bundesweiten Blitzmarathon im Herbst 2013 kontrollierte die Polizei direktionsweit über 10000 Fahrzeuge, wovon 769 die Geschwindigkeit überschritten.

Hier finden Sie alle Messstellen für Niedersachsen als PDF zum Herunterladen.

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Ein Fahrverbot gilt für einen Zeitraum einem bis zu drei Monaten. Dabei muss der Führerschein an die zuständige Verkehrsbehörde gesendet werden. Nach dem Ablauf des Fahrverbots bekommt der Fahrer den Führerschein zurück. Bei dem Entzug der Fahrerlaubnis, wie im Falle von Joachim Löw, ist der Führerschein weg. Nach Ablauf einer gerichtlichen oder gesetzlichen Sperrfrist – in Löws Fall sind es mindestens sechs Monate – kann die Neuerteilung der Fahrerlaubnis beantragt werden. Über die Auflagen zur Neuerteilung entscheidet das zuständige Straßenverkehrsamt im Einzelfall. Es ist also nicht sicher, ob Löw zum Beispiel noch einmal Fahrstunden nehmen, die Fahrprüfung ablegen oder die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) durchlaufen muss. Im Volksmund ist die MPU auch als „Idiotentest“ bekannt. (mao)