Verätzte Speiseröhre Osnabrücker Arzt hilft fünfjährigem Buba aus Gambia

Chefarzt Dr. Burkhard Rodeck hat den fünfjährigen Buba auf Anhieb ins Herz geschlossen. Foto: Elvira PartonChefarzt Dr. Burkhard Rodeck hat den fünfjährigen Buba auf Anhieb ins Herz geschlossen. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Seit er zwei Jahre alt ist, konnte der fünfjährige Buba aus dem westafrikanischen Gambia nur über eine Magensonde ernährt werden. Dank einer Operation am Christlichen Kinderhospital Osnabrück kann der Junge jetzt wieder halbwegs normal essen.

Vor drei Jahren hatte Buba aus einer nicht gekennzeichneten Flasche ohne Kindersicherung ein Reinigungsmittel getrunken und sich dadurch schwere Verätzungen zugezogen, durch die sich die Speiseröhre so weit verengt hat, dass er nicht mehr essen konnte.

„Durch endoskopische Eingriffe sind wir in der Lage, die Speiseröhre wieder zu dehnen“, erklärt Chefarzt Dr. Burkhard Rodeck. Auch wenn die Behandlung, die vermutlich die volle Genesung des Jungen zur Folge hat, noch nicht abgeschlossen ist, kann Buba schon wieder essen.

Nach Osnabrück ist er über das Friedensdorf Oberhausen gekommen. Ärzte aus Gambia hatten sich an diese Einrichtung gewandt, weil eine Behandlung vor Ort nicht möglich war. Aufgenommen werden hier nur Kinder, deren Erkrankung behandelbar ist und deren Eltern sich eine OP nicht leisten können.

Die Behandlung des Fünfjährigen wird vom Freibettenfonds des Fördervereins Gecko getragen. Das Oberhausener Friedensdorf und Gecko finanzieren sich beide aus Spenden.

Seit Mitte Juni ist Buba jetzt in Deutschland. Im Kinderhospital ist er dabei immer nur für ein paar Tage, in denen er behandelt und nachversorgt wird.Die restliche Zeit ist er in Oberhausen im Friedensdorf. Hier lebt er mit rund 300 Kindern aus neun Nationen zusammen, die alle wegen Erkrankungen oder Verletzungen, die in ihrer Heimat nicht behandelt werden können, in Deutschland sind.

Bubas Eltern sind nicht mit nach Deutschland gereist. Einsam ist er trotzdem nicht. „Kinder wie ihn nimmt man in den Arm und ins Herz“, sagt Dr. Rodeck mit einem Lächeln.

Eigentlich spricht Buba neben einem lokalen Dialekt nur etwas Französisch, aber in seiner kurzen Zeit hier in Deutschland hat er schon eine Menge Deutsch gelernt. So versteht er genau, was Dr. Rodeck meint, als er ihn zum Spielen schickt.