Phänomen am Popfirmament Albert Hammond kommt in den Rosenhof

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Seit über 50 Jahren kreativ: Musiker Albert Hammond. Foto: Albrecht SchmidtSeit über 50 Jahren kreativ: Musiker Albert Hammond. Foto: Albrecht Schmidt

Osnabrück. Ältere Semester kennen den Superhit „It Never Rains In Southern California“, jüngere Menschen haben eher „One Moment In Time“ von Whitney Houston im Ohr. Beide Songs stammen aus der Feder von Albert Hammond, einem Phänomen am Popfirmament. Am Sonntag ist der gebürtige Brite im Rosenhof zu Gast.

„Ich werde mit Band unterwegs sein und meine erfolgreichsten Songs aus den letzten 54 Jahren spielen“, sagt der in Los Angeles lebende Hammond . Ja, richtig gelesen: aus den letzten 54 Jahren! Während einige Musiker eher überlegen, ob sie mit 54 überhaupt noch live auftreten wollen oder können, singt der 70-jährige Hammond im Rahmen seiner Tour eigene Songs wie „Little Arrows“, mit dem sich 1968 ein gewisser Leapy Lee in die Gehörgänge junger Leute schmeichelte.

Denn eins ist sicher: Hammond hatte immer ein sicheres Händchen für grandiose Melodien, die man so schnell nicht vergisst. Und so passierte es wohl auch einer Band namens Radiohead , die 1992 einen Song mit dem Titel „Creep“ veröffentlichte. „Die Band akzeptierte ohne Umschweife, dass sie den Song geklaut hatte“, erklärt Hammond. In einem Interview mit der BBC hatten die Alternativ-Rocker damals erklärt, dass sie zu „Creep“ durch den Song „The Air That I Breathe“ inspiriert worden waren.

Der stammt im Original von Hammond und seinem Kollegen Mike Hazlewood. „Wir haben uns außergerichtlich darauf geeinigt, dass Mike und ich Teil des Songs sind. Daher bekomme ich jetzt auch 30 Prozent von den „Creep“-Tantiemen“, sagt die lebende Legende im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zu jedem seiner Hits hat er eine passende Story: „,One Moment In Time‘ habe ich nicht für Whitney Houston geschrieben, sondern als Olympia-Hymne für den TV-Sender NBC. Idealerweise schwebte mir 1988 ein Mann als Sänger vor, nämlich Elvis Presley . Aber der war schon tot“, erinnert sich Hammond.

Als er die Komposition seinem Freund Clive Davis von Arista Records schickte, ließ dieser ihn von einer jungen Sängerin singen. „Ich bekam die Kassette von Clive geschickt und hatte beim Anhören Tränen in den Augen. Es war Whitney Houston, die da so schön und ergreifend gesungen hat“, erzählt Hammond.

Aber auch für richtigen Rock ’n’ Roll kann sich der Verfasser der schönsten Pophits erwärmen. Wenn man ihr fragt, ob er die Musik der Strokes mag, einer amerikanischen Garagenrockband, in der sein Sohn Gitarre spielt, antwortet er: „Natürlich, sonst hätte ich die Veröffentlichung des ersten Strokes-Albums nicht mit meinem Geld mitfinanziert!“

Damals kam sein Sohn Albert junior zu ihm und wollte wissen, ob er sein Studium schmeißen solle, um sich auf die Band konzentrieren zu können. Die Antwort des Vaters: „Pack die Gelegenheit beim Schopf und sieh zu, dass du mit der Band erfolgreich wirst. Studieren kannst du immer noch.“

Wenn Albert Hammond in Europa unterwegs ist, mietet er sich in Südspanien eine Unterkunft. „Ich lebe dann hier, 15 Minuten von Gibraltar entfernt, wo immer noch viele meiner Familienangehörigen wohnen“, sagt Hammond, der seine Kindheit dort verbrachte.

Seine aktuelle Live-CD nahm er allerdings weder in Spanien noch in den USA auf, sondern im norddeutschen Wilhelmshaven. Warum gerade dort? „Zufall und Spontaneität kamen zusammen. Als ich meinen deutschen Toningenieur damals fragte, ob er mal zwei Songs live aufnehmen kann, war ich hinterher so begeistert, dass wir uns darauf einigten, die nächsten fünf Gigs mit professionellem Equipment komplett aufzuzeichnen. Von den fünfen hörte sich der Auftritt in Wilhelmshaven schlichtweg am besten an. Da stimmte alles!“

Albert Hammond, Konzert am Sonntag, 14. September, um 20 Uhr im Rosenhof.


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