Theater-AG Warendorf spendet Im Hospiz liegen Lachen und Weinen nah beieinander

Von Johanna Lügermann

Die Spende überreichten (von links) Kirsten Stoll, Feemke Friese, Angelika Flinkert und (rechts) Natascha Kusnezowa der Koordinatorin des Kinderhospiz Tanja Wille. Foto: Hermann PentermannDie Spende überreichten (von links) Kirsten Stoll, Feemke Friese, Angelika Flinkert und (rechts) Natascha Kusnezowa der Koordinatorin des Kinderhospiz Tanja Wille. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Schüler, die so lange intensiv an einem Thema gearbeitet haben, hat Angelika Flinkert, Leiterin der Theater-AG am Paul-Spiegel-Berufskolleg Warendorf, bisher nicht erlebt. Jugendliche führten das Stück „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ auf. Den Erlös überreichten sie dem Kinderhospizdienst Osnabrück.

Das Theaterstück beruht auf der Vorlage des gleichnamigen Romans von John Green. Er handelt von der 16-jährigen Hazel, die an Krebs erkrankt ist. In einer Selbsthilfegruppe lernt sie Gus kennen. Beide gehen offen mit ihrem Schicksal um. Sie verlieben sich und reisen zusammen nach Amsterdam, um Hazels größten Wunsch zu erfüllen. „Obwohl es eine lebensbejahende Geschichte ist, war es für die Schüler manchmal schwer. Sie haben sich schnell mit den Figuren identifiziert“, meinte Flinkert. Diese Erfahrung machte auch Natascha Kusnezowa, sie spielte die Hauptrolle Hazel: „Den Inhalt zu verarbeiten war hart.“ Auf der Bühne erlebte sie auch unangenehme Situationen: „Als ich meine Mutter anschreien sollte, habe ich gedacht, das will ich nicht.“ Trotzdem habe die Vorbereitung allen Beteiligten Spaß gemacht.

Während die Theater-AG das Stück erarbeitete, wurde das Buch auch in Finkerts Klasse behandelt. „Die Schüler haben sich sofort beteiligt. Sie haben Kulissen gebaut und sind als Tänzer aufgetreten.“ Die Leiterin der Gruppe ist stolz auf das Ergebnis. Auch vonseiten der Zuschauer gab es positive Resonanz: „Wir haben viel mehr Rückmeldungen bekommen als bei anderen Stücken.“ Die Idee, das Geld aus dem Verkauf der Eintrittskarten zu spenden, sei erst im Laufe der Auseinandersetzung mit dem Stück entstanden.

Durch die Reflexion von Sterben und Tod war die thematische Nähe zum Hospiz gegeben. „Mein Wunsch war es, das Kinderhospiz mit 3000 Euro zu unterstützen, durch eine Aktion der Schüler war die Summe am Ende noch höher.“ Die Jugendlichen verkauften in den Pausen Hotdogs und Kuchen. Sie konnten dadurch insgesamt 3100 Euro überreichen.

Die Koordinatorin des Kinderhospiz Osnabrück Tanja Wille bedankte sich für das Geld. „Das Hospiz ist auf Spenden angewiesen, um Schulungen, Aufwandsentschädigungen und Einzelspenden zu ermöglichen.“ Sie berichtete, dass derzeit 34 Ehrenamtliche für das Hospiz tätig sind. Diese begleiten Familien von Kindern und Jugendlichen, die unheilbar erkrankt sind. „Es entwickeln sich jahrelange Beziehungen. Lachen und Weinen liegen dabei oft ganz nah beieinander.“ Flinkert möchte weiter Geld sammeln, damit diese Hilfe weiterhin möglich ist: „Ich hoffe, es ist nicht die letzte Spende dieser Art.“