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Alternative zum Geldsystem Osnabrücker Tauschbörse auf Facebook immer beliebter

Auch Stofftiere werden bei „Mimmis Tauschrausch“ eingetauscht. Symbolbild: Sven KienschefAuch Stofftiere werden bei „Mimmis Tauschrausch“ eingetauscht. Symbolbild: Sven Kienschef

Osnabrück. In Osnabrück erfreut sich die Facebook-Tauschbörse „Mimmis Tauschrausch“ großer Beliebtheit. Hier kann man Dinge loswerden, die man selbst nicht mehr braucht, für die andere Menschen aber noch eine Verwendung haben. Und umgekehrt.

David Quitmann ist einer der Administratoren der Seite, die die Tauschbörse online betreuen. „Täglich liken ungefähr drei Leute unsere Seite, ein bis zwei Gegenstände werden dort pro Tag eingestellt“, berichtet der 27-Jährige, der an der Universität Osnabrück Soziologie und Politik studiert hat und jetzt Kultur- und Non-Profit-Management an der Technischen Universität Kaiserslautern. Insgesamt zählt Mimmis Tauschbörse rund 2034 Likes.

Das Prinzip ist einfach. Wer mitmachen will, postet ein Foto von einem Gegenstand, den er loswerden will. Leute, die Interesse haben, kontaktieren ihn über Facebook und eine Übergabe wird vereinbart. Quitmann: „Man kann die Sachen verschenken oder tauschen.“ Verboten ist es, Geld zu fordern.

Außer Waffen, Drogen, Artikeln mit Jugendschutz, Menschen, Tieren und Nazi-Devotionalien darf alles angeboten werden. „Beiträge von Nutzern, die dagegen verstoßen, werden kommentarlos gelöscht“, sagt Quitmann. Wenig begeistert ist er, wenn statt Geld ein Gegenwert in Sachleistungen, gefordert wird - also beispielsweise zwei Kisten Bier . „Das Prinzip ist tatsächlich: Man gibt etwas weg, für das man keine Verwendung mehr hat, ohne dafür einen konkreten Gegenwert haben zu wollen,“ so Quitmann.

Er weist darauf hin, dass auf der Seite keine rechtsgültigen Verträge geschlossen werden. „Die Leute, die mitmachen, müssen die Übergabe selbst regeln.“ Ärger gebe es aber nur ganz selten. „Da ging es dann darum, dass Übergabe-Termine nicht eingehalten wurden.“

Quitmann und seine Mitstreiter verdienen an der Seite nichts. „Wir machen das nebenbei.“ Ihren ganz realen Ursprung hat die Facebook-Seite in „Mimmis Tausch-Basar“, den der Kulturverein Mimmis bis vor einiger Zeit beim Freiraum Petersburg am Güterbahnhof veranstaltet hat. „Zu Hochzeiten waren über 600 Leute auf dem Basar“, berichtet Quitmann, der bis zur Auflösung des Vereins selbst Mitglied war. So entstand die Idee, die Tauschbörse im Netz weiter laufen zu lassen. „Vielleicht werden wir demnächst auch mal wieder eine richtige Tauschbörse organisieren.“

Ein bisschen Idealismus ist bei den Betreibern der Seite ebenfalls dabei, erläutert Quitmann. „Wir wollen den Leuten auch zeigen, dass man abseits des Geldsystems Waren tauschen und erwerben kann.“


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