Die Karriere-Planer Salt and Pepper: Dieser Firmenname prägt sich ein

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Elektronisch gesteuerte Lkw-Bremse: Sebastian Gieselmann (links) von der IT-Firma Salt and Pepper zeigt OB Wolfgang Griesert (rechts), wo der Steuerungschip sitzt. Im Hintergrund Niederlassungsleiter Ludger Ahlers (2. von links) und Timo Seggelmann, Geschäftsführer Region Nord. Foto: Thomas OsterfeldElektronisch gesteuerte Lkw-Bremse: Sebastian Gieselmann (links) von der IT-Firma Salt and Pepper zeigt OB Wolfgang Griesert (rechts), wo der Steuerungschip sitzt. Im Hintergrund Niederlassungsleiter Ludger Ahlers (2. von links) und Timo Seggelmann, Geschäftsführer Region Nord. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Womit verdient eine Firma ihr Geld, die Salt and Pepper heißt? Es liegt doch auf der Hand: mit Computersoftware und Ingenieurleistungen.

Spaß beiseite. Das (noch) überschaubare Technologieunternehmen mit Zentralsitz in Bremen und acht Niederlassungen in Deutschland – darunter Osnabrück – wählte den Namen mit Bedacht. Er prägt sich ein. In der großen Krise 2008 und 2009 habe das ungemein geholfen, sagt der Osnabrücker Niederlassungsleiter Ludger Ahlers: „Die Kunden erinnern sich sofort.“

Die vier Gründer entwickelten beim Kochen das Unternehmensrezept. Deshalb der Name. Salz und Pfeffer gehören zum Essen wie – ja, wie Salz und Pfeffer eben. Und genauso unentbehrlich wollten sich die Gründer für ihre künftigen Kunden machen. Wirtschaftsingenieur Timo Seggelmann war von Anfang dabei. Seine Aufgabe: Der Aufbau einer Niederlassung in Osnabrück. Heute ist der 32-jährige Geschäftsführer für die Region Nord, die Leitung des Osnabrücker Büros mit insgesamt 70 Beschäftigten hat der gleichaltrige Ludger Ahlers.

Nur etwa zehn der 70 Leute arbeiten in den Büros im Medi-Park an der Parkstraße , die anderen sind bei den Kunden. Die Büros heißen „Chili“, „Curry“ oder „Vanille“. Der Konferenzraum, in dem Seggelmamn und Ahlers Oberbürgermeister Wolfgang Griesert empfangen, heißt „Safran“. Im Raum „Hopfen“ tüfteln Malte Blanken (32), Sebastian Gieselmann (31) und Jürgen Hallier (56) an einer elektronisch gesteuerten Bremse für Lastwagen. „Hopfen“ steht zwar an der Tür, intern heißt das Denker- und Bastelbüro aber SSC: „Software Solution Center“. Hier werden Software-Lösungen für komplizierte Anwendungen entwickelt.

Das SSC ist die nächste Entwicklungsstufe für Salt and Pepper in Osnabrück. Das junge Unternehmen will verstärkt im eigenen Hause für seine Kunden technologische Systeme und Programme entwickeln. Zurzeit sind die Mitarbeiter fast ausschließlich vor Ort bei den Kunden tätig. Zum Beispiel beim Autozulieferer ZF in Lemförde, bei den Landmaschinenherstellern Claas in Harsewinkel und Amazone in Hasbergen, bei Volkswagen im Fledder, bei Hella in Lippstadt oder General Electric GE in Rheine.

Ein Effekt der neuen Inhouse-Stategie: Salt and Pepper kann Mitarbeitern, die sich in der Familienphase befinden, einen ortsfesten Arbeitsplatz und familientaugliche Arbeitszeiten bieten. „Der Außendienst ist was für die Jungen ohne Kinder und für die Älteren, deren Kinder groß sind“, sagt Timo Seggelmann. Für die Altersgruppe dazwischen sei es oft ein Problem, Familie und Arbeit zu koordinieren.

Salt and Pepper unternimmt einige Anstrengungen, hoch qualifizierte Mitarbeiter von der Hochschule weg an sich zu binden und zu halten. Die Hochschule Osnabrück mit ihrer guten Ausbildung sei ein Segen für die Internet-Branche in der Region. In einem auf Scheckkartengröße gefalteten „Karriereplaner“ formulieren die Gründer das „ausdrückliche Ziel: einer der beliebtesten und gefragtesten Arbeitgeber im Segment Technologieberatung zu werden“. Eine nach eigenen Angaben „marktüberdurchschnittliche“ Bezahlung gehört dazu, ein steuerfreier Kita-Zuschuss von 100 Euro im Monat, ein Fortbildungsangebot, das jedem die Chance eröffnet, in der Firma Karriere zu machen. Freitags, so Timo Seggelmann, finden an der Parkstraße Seminare statt, zum Beispiel Rhetorikkurse. „Informatiker und Techniker sind nicht immer die geborenen Verkäufer. Sie sind es aber, die ständig im Kundenkontakt stehen und unser Unternehmen draußen repräsentieren“, sagt Seggelmann.

Die IT-Branche ist inzwischen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung sind am Standort Osnabrück 180 Unternehmen in der Informationstechnologie, Telekommunikation oder in verwandten Dienstleistungen aktiv. Die Branche bietet 4000 Beschäftigten sichere Arbeitsplätze. Osnabrück sei damit neben Hannover „einer der herausregenden IT-Standorte in Niedersachsen“, so die Einschätzung von Sonja Ende, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Osnabrück.Kennzeichnend für die IT-Branche in der Region ist nach WFO-Angaben der hohe Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen mit zehn bis 50 Mitarbeitern.

Begrenzt wird das Wachstum der Unternehmen durch den Fachkräftemangel. In einer Studie der Initiative IKN2020 (gefördert vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium) gaben 47,4 Prozent der IT-Unternehmen in der Region Osnabrück an, dass sie im vergangenen Jahr hätten stärker wachsen können, wenn es ausreichend qualifiziertes Personal gegeben hätte. 63,2 Prozent sagten sie hätten in den zurückliegenden zwölf Monaten Fachkräfte zusätzlich eingestellt.


Salt and Pepper. Gegründet 2008 von Sven Scholz, Giesbert Dörener, Florian Kirstein und Marko Schluroff. Firmenzentrale: Bremen. Niederlassungen: Hamburg, Osnabrück, Köln, Ratingen, Leipzig, Lippstadt, Stuttgart und München. Beschäftigte am Standort Osnabrück (Parkstraße 42): etwa 70. Jahresumsatz in Osnabrück: ca. sechs Millionen Euro).

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