Nachgehakt: die Parking-App In Osnabrück wird das Smartphone zum Parkticket

Von Jörg Sanders


Osnabrück. Einem ungetrübten Einkaufsbummel in der Osnabrücker Innenstadt geht nicht selten die trübe Suche nach einem Parkplatz voraus. Volle Parkhäuser – trotz des Parkleitsystems. Vor fast genau zwei Jahren brachte die Osnabrücker Parkstätten Betriebsgesellschaft (OPG) ihre Parking-App heraus – eine Anwendung für Smartphones, die den Weg zum freien Parkplatz weisen soll. Funktioniert das auch?

Rund 6000 Mal wurde die App OPG-Geschäftsführer Karl-Heinz Ellinghaus zufolge bislang aus Googles Play Store und Apples App Store heruntergeladen. Ein Ampelsystem zeigt, in welchem der 29 für Osnabrück gelisteten Parkhäuser ausreichend freie Parkplätze zur Verfügung stehen (grün), wo es langsam eng wird (gelb) und welches Parkhaus Autofahrer am besten gar nicht erst ansteuern (rot).

Parkplatzannexion im Parkhaus

Das funktioniert relativ verlässlich. Relativ? „Die Zahlen sind immer verlässlich, aber es gibt auch immer Ungenauigkeiten“, widerspricht sich OPG-Geschäftsführer Karl-Heinz Ellinghaus selbst und erklärt sogleich das Problem. So würden Autofahrer ihr geliebtes Automobil vermehrt auf zwei Plätzen abstellen, um sich bloß keine Delle von den Autonachbarn einzufangen. Folglich zeigen App und Parkleitsystem nicht immer die korrekten Zahlen an. „Das ist mittlerweile zur Unsitte geworden“, echauffiert sich Ellinghaus über die unerlaubte Parkplatzannexion. Die bleibt nicht folgenlos: Kunden, die mit ihrem Auto zwei Plätze blockieren, bekommen nach einer Halterabfrage eine Rechnung von der OPG. So bleibt die Delle am Auto wohl aus, die doppelte Rechnung hingegen nicht.

Lücke zu klein? „Pech gehabt!“

Tatsächlich sind die Parkplätze einiger Parkhäuser nicht gerade großzügig bemessen. Passt der große Geländewagen nicht in eine Lücke eines älteren Parkhauses, „dann habe ich Pech gehabt“, resümiert Ellinghaus. Früher hätten 2,3 Meter Breite ausgereicht, bei neueren Häusern sind 2,5 Meter üblich. „Daher überlegen wir, XXL-Parkplätze auszuweisen“, sagt Ellinghaus. Diese sollen dann 3 statt 1,50 Euro pro Stunde kosten.

Überarbeitete App mit neuen Funktionen

Mit der Parking-App ist der OPG-Chef jedenfalls zufrieden. „Die App kommt sehr gut an“, versichert Ellinghaus. Nachdem die OPG ihren Internetauftritt neu gestaltet hatte, sollen sich diese Änderungen bald auch in der App widerspiegeln. „Wir wollen die Leistungen ausbauen, die App wird viele zusätzliche Funktionen erhalten.“ Zum Weihnachtsgeschäft soll eine überarbeitete Version der App mit neuen Funktionen an den Start gehen. Dazu zählt unter anderem das sogenannten Prepaid-Parken (Guthaben-Parken), bei dem Kunden eine OPG-Karte mit einem Guthaben am Kassenautomaten aufladen können. Die Karte öffnet die Schranken der Ein- und Ausfahrten, die Parkgebühren zieht der Parkscheinautomat von der Karte ab. Ähnlich soll die Comfort-Parkcard funktionieren, deren Karteninhaber jedoch am Monatsende eine Rechnung erhalten.

Smartphone das Parkticket der Zukunft

Ferner sollen Autofahrer künftig mit der App ihren Parkplatz reservieren können. Zu Hause bucht der Kunde einen freien Platz und erhält einen Pixelcode auf sein Smartphone (besser bekannt als QR-Code). Dabei handelt sich um eine zweidimensionale und einmalige Schwarz-Weiß-Grafik. Mit dem Code lässt sich die Schranke zum Parkhaus öffnen, am Monatsende gibt es eine Rechnung. „Wir wollen das 2015 einführen“, sagt Ellinghaus. Das Smartphone sei das Parkticket der Zukunft – davon ist er überzeugt.

Mit dem Update der App zum Weihnachtsgeschäft bleibt das Ampelsystem erhalten. Unter Details sollen Autofahrer künftig aber die aktuelle, genaue Anzahl freier Plätze einsehen können. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt die App nur darüber Auskunft, wie viel Stellplätze das jeweilige Parkhaus insgesamt bereitstellt.

App läuft nicht immer stabil

Vielleicht gelingt es der Programmierfirma Ilogs, bei der erweiterten Version die Instabilität abzustellen. So stürzt die App auf Android-Geräten jedes Mal beim manuellen Aktualisieren der Daten ab. Auf iPhones lässt sich die App erst gar nicht starten, solange der Ortungsdienst nicht aktiviert ist, der für die Anzeige freier Parkplätze nicht notwendig ist.