20 Jahre „Nadel und Faden“ Handverlesene Aussteller bei Osnabrücker Textilmesse

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Osnabrück. Mit Wolle oder Garn lassen sich praktische Gegenstände und auch Kunstwerke herstellen. Davon können sich Besucher der Osnabrücker Messe „Nadel und Faden“ vom 19. bis 21. September überzeugen.

Seit zwanzig Jahren strömen mehrere Tausend Menschen in die Osnabrückhalle, um zu sehen was Textilfachleute, Kunsthandwerker, Fachverlage und Designer ausstellen. 1995 hat Ellen Moschitz-Finger die erste Messe organisiert. Sie interessierte sich jedoch schon lange vorher für Handarbeiten: „Früher hatte ich nur selbst gestrickte Pullover. Die Technik habe ich von meiner Mutter gelernt.“ Durch einen Trend gegen Ende der 80er-Jahre befasste sie sich mit dem Dänischen Kreuzstich. Mittlerweile konzentriert sie sich auf die Schwarzstickerei. Das Sticken beherrschte Moschitz-Finger bald so gut, dass andere von ihr lernen konnten. Sie traf 1993 einen Verleger, mit dessen Hilfe sie das erste Buch mit eigenen Vorlagen veröffentlichte. Es folgten weitere vier Bücher in unterschiedlichen Verlagen.

Für ihre Recherche besuchte sie Handarbeits-Messen. Dort fand sie nicht nur Anregungen für Bücher: „Auf der Rückfahrt von der Kreativa in Dortmund hatte ich die Idee: Alle Voraussetzungen für eine eigene Messe waren erfüllt.“ Als Assistentin der Geschäftsleitung in der Osnabrückhalle, musste sie über den Veranstaltungsort nicht lange nachdenken. Obwohl die Organisation von Messen damals nicht zu ihren Aufgaben gehörte, wandte sie sich an den damaligen Geschäftsleiter Günter Valjak. Der erinnert sich: „Wir waren immer auf der Suche nach neuen interessanten Themen. Frau Moschitz-Finger beherrschte die Sprache der Branche und konnte ihre Kontakte spielen lassen.“ Ihr Chef ließ sich damals auch überzeugen, weil sie von vielen Osnabrücker Besuchern in Dortmund berichtete. Damals ahnte niemand, dass sich eine feste Institution entwickeln würde.

40 Aussteller lud Moschitz-Finger zur ersten Messe ein und hoffte, dass 2000 Besucher kommen würde. Die große Resonanz überraschte nicht nur sie: „Im Nu war es voll. 6000 Menschen waren da, wir hatten zu wenig Eintrittskarten gedruckt.“ Den damaligen Erfolg, aber vor allem den Zuspruch in den folgenden Jahren erklärt Valjak durch die bewusste Auswahl der Aussteller : „Sie hat nicht jeden genommen. Das ist ihr hoch anzurechnen.“ Seit der zweiten Veranstaltung sucht Moschitz-Finger die Aussteller anhand von Bewerbungen aus: „Sie müssen etwas außergewöhnliches und hochwertiges anbieten.“

Die Qualität wird von den Besuchern geschätzt, erzählt Jutta Mertelsmann. Die Inhaberin von „Jutta‘s Lädchen“ in Melle hat seit dem ersten Jahr immer einen Stand: „Es kommen Leute von überallher. Ich spreche mit Schweizern oder Österreichern.“ Einige der weit gereisten Gäste hatten schon ein Bahnticket bestellt, als die Messe im letzten Jahr aufgrund von Verzögerungen beim Umbau der Stadthalle ausfallen musste . Für treue Besucher wie für Aussteller war das eine große Enttäuschung. Trotzdem hoffen die Veranstalter in diesem Jahr erneut viele Gäste von „Nadel und Faden“ zu überzeugen. Dafür hat Moschitz-Finger beispielsweise eine Sonderschau der Textildesignerin Ruth Löbe und eine Quilt-Verlosung organisiert. Die Techniken des Patchwork, Stricken, Sticken, Nähen, Klöppeln oder Weben können die Besucher nicht nur ansehen, sondern auch selbst in Workshops ausprobieren. Dafür sind Anmeldungen erforderlich. Die Messe öffnet am 19. und 20. September von 10 bis 18 Uhr und am 21. September von 10 bis 17 Uhr.


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