Proteste vor Regionalgespräch Rund 200 Dissener demonstrieren für ihr Krankenhaus

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Osnabrück. Mit „Wir fühlen uns betrogen“-Schildern und „Ja zum Standort Dissen“-Plakaten ist heute Vormittag Staatssekretär Jörg Röhmann vor Beginn des „Regionalgesprächs zur Optimierung der Krankenhausversorgung“ im Raum Osnabrück“ empfangen worden. Mehr als 200 Beschäftigte des Klinikums Osnabrücker Land sowie Dissener Bürger protestierten gegen die sich abzeichnende Schließung des Krankenhauses zum 1. November.

„Ihr Standort hat das Problem, dass es viele Krankenhäuser in der Umgebung gibt, die ähnliches leisten“, hat Röhmann gegenüber den Demonstranten noch einmal zur Position der Landesregierung zur Dissener Einrichtung herausgestellt. Nach seiner Einschätzung wird sich im laufenden Planinsolvenzverfahren kein neuer Betreiber für das Krankenhaus finden, da dies auch nach einer Sanierung nicht ohne Verlust zu betreiben sei.

Letzte Chance für das Klinikum Dissen ››

Das wurde mit Pfiffen und Kommentaren wie: „Der hat keine Ahnung und weiß nicht, wovon er redet“ quittiert. Allerdings machte der Staatssekretär auch deutlich: „Auch wenn es kein Krankenhaus mehr in Dissen gibt, wird dort trotzdem weiter eine Notfallversorgung stattfinden.“ Hier nannte er die Möglichkeit einer „Durchgangsarztstelle“. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Südkreis sei das wichtigste Thema beim Regionalgespräch, für das knapp vier Stunden vorgesehen sind.

Schluss, aus, vorbei: Insolvenzantrag für Dissener Klinik ››

Nach dem ersten Regionalgespräch im Februar in Hannover, bei dem vom Ministerium eine Überkapazität von insgesamt 900 Betten bis 2030 in Stadt und Landkreis Osnabrück in den Raum gestellt wurde, hat es in der Zwischenzeit weitere Termine gegeben, wie Doppelvorhaltungen von Leistungen in Stadt und Landkreis abgebaut werden können. Ziel: eine „bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Krankenhausversorgung der Bevölkerung“ sicherzustellen. Der aktuelle Stand der Konzeptarbeit zu den Entwicklungen im Osnabrücker Raum sowie weitere Maßnahmen werden jetzt beim zweiten Treffen ins Osnabrück vorgestellt und diskutiert. Die Ergebnisse sollen dann in kleinen Runden vertieft werden. Ziel des Sozialministeriums ist es, bei zum Jahresende ein Zukunftskonzept zum Krankenhausangebot im Osnabrücker Raum vorzulegen.


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